Digital Workplace (R)Evolution – IOM Summit 2014

Unter dem Motto „The Digital Workplace Revolution“ fand am 23. und 24. September der IOM Summit 2014 in Köln statt. Auch wir waren an den beiden Tag vor Ort. Neben interessanten Keynotes lag der Schwerpunkt eindeutig auf Beispiele aus der … Weiterlesen

SharePoint Conference 2009 Las Vegas – 3. Tag

Den heutigen Vormittag haben wir zwei wesentlichen Themen gewidmet:

MetaData und Multilingualität.

MetaData

In diesem Bereich scheint Microsoft ein erheblicher Fortschritt gelungen zu sein.

Zwei entscheidende Elemente sind hier neu:

1. Content Type Syndication
Content Types können neu unternehmensweit angeboten werden. Dazu ist es lediglich nötig, eine dafür ausgewählte SiteCollection zu einem „Content Type Hub“ zu erklären. Über den neuen Meta Data Service kann der Content Type Hub Content Types veröffentlichen und SharePoint SiteCollections aus anderen Applikationen können auf diesen Hub verbinden. Content Types können dadurch in andere SiteCollection importiert werden.
Über Administrationsmenus kann die Content Type Syndication verwaltet und gesteuert werden. Syndizierte Content Types können in den Ziel SiteCollections erweitert und abgeleitet werden. Sie erscheinen hier als ganz normale Contenttypes.
Refreshing und Errorhandling Funktionen ergänzen das Bild

2. Meta Data Service Application
Vollständig neu sind Managed MetaData Columns. Dies ist ein neuer Datentyp, der in Listen und Bibliotheken zum taggen von Items verwendet werden kann. Das Tagging kann auf bekannte Manier über die „Edit Properties“ eines Items erfolgen. Es gibt aber auch automatische Szenarien (z.B. über die Location eines Items) und Vererbung (alle Items hierarchisch unter einem Parent erhalten eine bestimmtes MetaDatum.

Hinter den Managed MetaData Colums steht ein ganz neuer Service zum Aufbau von firmenweiten Taxonomiesystemen. Unter einer Taxonomie versteht man eine Hierarchie von Begriffen(Terms) die je wieder einen TermSet, Synonyme, Beschreibungen und Übersetzungen enthalten können. Die Taxonomie ist also offensichtlich multilingual. Auf diese Weise können beliebig viele Taxonomiesysteme aufgebaut werden, die dem Benutzer anschliessend für das Tagging seiner ListItems und Dokumente zur Verfügung stehen. Offensichtlich lässt dieses Feature wenig Wünsche offen. Typeahead, hierarchische Term Picker, Multilingualität, Synonyme usw. scheinen ebenfalls zum Umfang zu gehören wie Validierung von Terms und benutzergetriebene Erweiterung der Taxonomie. Damit können weite Anwendungsgebiete von fixer Taxonomie (z.B. Recordsmanagement) bis hin zu offenen Keyword Sets abgedeckt werden.

Einschätzung:

  • ContentType Syndication und Meta Data Service scheinen zu den hilfreichsten Erweiterungen von SharePoint 2010 zu gehören. Sie decken lange vermisste Funktionalitäten ab.
  • Die Implementierung der Meta Data Services erscheint sauber und benutzerfreundlich gelungen, die Funktion ist evtl. der Brüller des neuen SharePoint.
  • An der Implementierung der ContentType Syndizierung (Export und Reimport über CAB Files mittels Service Jobs) erkennt man einmal mehr ein Grundaxiom der SharePoint Architektur. Daten und Definitionen werden kopiert. Nicht von einem zentralen Store referenziert. Diese Philosophie taucht ja an unterschiedlichsten Stellen der SharePoint Architektur auf und ist wesentlicher Bestandteil der Flexibilität als offenes, durch SiteOwner veränderbares Collaboration System.
  • Tagging und Search sind wesentliche Aspekte des neuen SharePoint. Sie rücken ins Zentrum der SharePoint Anwendungen und bedürfen einer intensiven Planung und Aufmerksamkeit während früher Phasen von SharePoint Projekten.

Multi Language Support

Die nächste Session befasste sich mit Multi Language Support. Gleich als der Speaker sagte „Hey, this is a very dry area“ war mir auch schon klar, dass sich hier nicht sehr viel tut.

Die vieldiskutierten Variations bleiben genau so, wie sie waren. Die einzige Änderung ist, dass das Erstellen einer Variations Hierarchie jetzt als Timer Job abläuft und deshalb stabiler sein soll. Ansonsten bleibt alles beim alten. Dies ist einigermassen ernüchternd, da viele Architekturprobleme von SharePoint genau in dieser mangelhaften Sprachunterstützung begründet sind.

Ein Lichtblick für Collaboration Worker. Das UI der Collaboration kann nun dynamisch für die Administrationslabels und Menus in die Sprachen gewechselt werden, von denen Language Packs auf der Farm vorhanden sind. Das ist immerhin ein Fortschritt. Der Inhalt wird dadurch natürlich nicht multilingual. Und es stellen sich hier weiterhin architektonische Schwierigkeiten. Aber es ist ein Schritt in der richtigen Richtung.

Gesamthaft bin ich natürlich von den Änderungen im Bereich Language Support enttäuscht. Ich hätte mir da mehr gewünscht.

Arbeit im Hands on Lab

Den Nachmittag habe ich mal dem Hands on Lab gewidmet. Ich habe vor allem die Taxonomie Geschichte ausprobieren wollen. Das funktioniert eigentlich schon sehr gut und ist auch von der Bedienung her ansprechend. Es ist einfach, Taxonomiehierarchien zu erstellen. Man kann das auch in Excel tun und dann nach SharePoint importieren.
Probleme gab es noch im Change Management. Änderungen in den Taxonomie Terms wurden nicht in die Datenfelder der Listen und Libraries übernommen. Müssten sie aber meiner Meinung nach, da das ganze eben nicht als Begriffe sondern als Ids gespeichert wird.

Immerhin hat mich die Taxonomie nach der Sprachunterstützung wieder aufgerichtet.

Als alter SharePointer musste ich im Lab natürlich mal unter die Haube von SharePoint 2010 kucken. Es gibt hier natürlich jetzt den 14er Hive. Der sieht aber sehr familiär aus, wenn man den 12er kennt. Viele Sitedefinitions sind vertraut. Nach einem eingehenden Studium des 14er Ordners muss ich meine Aussage vom ersten Tag, dass die Grenzlinie zwischen Collaboration und Publishing Sites am verschwimmen ist, wieder zurücknehmen. Technisch ist das nicht der Fall. Microsoft täuscht das auch ein bisschen mit dem Einsatz von Wiki-Pages über den Collaboration Sites vor.

Visual Customizing von Sites

Der Rest des Nachmittags war dem Customizing von SharePoint gewidmet, also den MasterPages, PageLayouts, Styles usf.

Vorneweg gleich: Auch hier bleibt Wesentliches beim Alten. Der prinzipielle Aufbau mit MasterPages und PageLayouts sowieso, denn das ist .Net, aber offensichtlich bleiben auch die MasterPages selber sehr ähnlich zu denen von SharePoint 2007. Zu dieser Erkenntnis führt schon, die Aussage, dass der Upgrade einer customized MasterPage von 2007 auf 2010 sehr einfach sei: Zuerst das neue Ribbon plazieren und anschliessend redundante Controls ‚rauslöschen. Das seih’s dann. Na ja. Die Botschaft hört ich wohl…..

Was neu ist:

  • Alle MasterPages (also auch application.master, error.master, dialog.master und wie sie alle heissen mögen) können nun voll pro Application customized werden. Die Abhängigkeit auf genau einen application.master ist aufgehoben. Das segelt bei Microsoft unter dem Begriff „Multitenancy“.
  • SharePoint Foundation Sites (ex WSS) haben nun auch einstellbare MasterPages und PageLayouts. Früher war das nur den Publishing Sites vorbehalten.
  • Microsoft hat das Themeing stark ausgebaut. Themes können nun viel flexilbler vom Enduser oder Administrator gestaltet und zugewiesen werden. Es gibt auch eine grössere Anzahl oob Themes und es ist einfacher geworden, eigene Themes zu erstellen und zu deployen. Was leider immer noch der Fall ist, ist dass Themes an eine Site gebunden sind und nicht an eine SiteCollection. Das führt dazu, dass die u.U. vielen Files eines Theme in jede Site der SiteCollection kopiert werden, was die Contentdatenbank belastet und natürlich grosse ChangeManagement Probleme auslöst. Dieses Verhalten vermindert die Brauchbarkeit von Themes besonders in grossen Systemen immer noch massiv.

Feststellungen:

  • Der heutige Tag hat gezeigt, dass Microsoft nicht in allen Bereichen massive Änderungen/Fortschritte gemacht hat. Es gibt Bereiche (LanguageSupport für Content), die praktisch stehen geblieben sind. So hat sich auch im Customizing/Template Bereich nicht allzuviel verändert.
  • Auffallend ist auch hier, dass Microsoft grossen Aufwand in den Support des Endusers oder Administrators steckt. Sie sollen in der Lage sein ohne grossen IT Support ihre Sites zu customizen. Dies führt zu ganz anständigen Tools für den Enduser, vernachlässigt aber etwas den Developer und damit auch highend Anwendungen und highend Customizing.