SharePoint Conference 2009 Las Vegas – 3. Tag

Den heutigen Vormittag haben wir zwei wesentlichen Themen gewidmet:

MetaData und Multilingualität.

MetaData

In diesem Bereich scheint Microsoft ein erheblicher Fortschritt gelungen zu sein.

Zwei entscheidende Elemente sind hier neu:

1. Content Type Syndication
Content Types können neu unternehmensweit angeboten werden. Dazu ist es lediglich nötig, eine dafür ausgewählte SiteCollection zu einem „Content Type Hub“ zu erklären. Über den neuen Meta Data Service kann der Content Type Hub Content Types veröffentlichen und SharePoint SiteCollections aus anderen Applikationen können auf diesen Hub verbinden. Content Types können dadurch in andere SiteCollection importiert werden.
Über Administrationsmenus kann die Content Type Syndication verwaltet und gesteuert werden. Syndizierte Content Types können in den Ziel SiteCollections erweitert und abgeleitet werden. Sie erscheinen hier als ganz normale Contenttypes.
Refreshing und Errorhandling Funktionen ergänzen das Bild

2. Meta Data Service Application
Vollständig neu sind Managed MetaData Columns. Dies ist ein neuer Datentyp, der in Listen und Bibliotheken zum taggen von Items verwendet werden kann. Das Tagging kann auf bekannte Manier über die „Edit Properties“ eines Items erfolgen. Es gibt aber auch automatische Szenarien (z.B. über die Location eines Items) und Vererbung (alle Items hierarchisch unter einem Parent erhalten eine bestimmtes MetaDatum.

Hinter den Managed MetaData Colums steht ein ganz neuer Service zum Aufbau von firmenweiten Taxonomiesystemen. Unter einer Taxonomie versteht man eine Hierarchie von Begriffen(Terms) die je wieder einen TermSet, Synonyme, Beschreibungen und Übersetzungen enthalten können. Die Taxonomie ist also offensichtlich multilingual. Auf diese Weise können beliebig viele Taxonomiesysteme aufgebaut werden, die dem Benutzer anschliessend für das Tagging seiner ListItems und Dokumente zur Verfügung stehen. Offensichtlich lässt dieses Feature wenig Wünsche offen. Typeahead, hierarchische Term Picker, Multilingualität, Synonyme usw. scheinen ebenfalls zum Umfang zu gehören wie Validierung von Terms und benutzergetriebene Erweiterung der Taxonomie. Damit können weite Anwendungsgebiete von fixer Taxonomie (z.B. Recordsmanagement) bis hin zu offenen Keyword Sets abgedeckt werden.

Einschätzung:

  • ContentType Syndication und Meta Data Service scheinen zu den hilfreichsten Erweiterungen von SharePoint 2010 zu gehören. Sie decken lange vermisste Funktionalitäten ab.
  • Die Implementierung der Meta Data Services erscheint sauber und benutzerfreundlich gelungen, die Funktion ist evtl. der Brüller des neuen SharePoint.
  • An der Implementierung der ContentType Syndizierung (Export und Reimport über CAB Files mittels Service Jobs) erkennt man einmal mehr ein Grundaxiom der SharePoint Architektur. Daten und Definitionen werden kopiert. Nicht von einem zentralen Store referenziert. Diese Philosophie taucht ja an unterschiedlichsten Stellen der SharePoint Architektur auf und ist wesentlicher Bestandteil der Flexibilität als offenes, durch SiteOwner veränderbares Collaboration System.
  • Tagging und Search sind wesentliche Aspekte des neuen SharePoint. Sie rücken ins Zentrum der SharePoint Anwendungen und bedürfen einer intensiven Planung und Aufmerksamkeit während früher Phasen von SharePoint Projekten.

Multi Language Support

Die nächste Session befasste sich mit Multi Language Support. Gleich als der Speaker sagte „Hey, this is a very dry area“ war mir auch schon klar, dass sich hier nicht sehr viel tut.

Die vieldiskutierten Variations bleiben genau so, wie sie waren. Die einzige Änderung ist, dass das Erstellen einer Variations Hierarchie jetzt als Timer Job abläuft und deshalb stabiler sein soll. Ansonsten bleibt alles beim alten. Dies ist einigermassen ernüchternd, da viele Architekturprobleme von SharePoint genau in dieser mangelhaften Sprachunterstützung begründet sind.

Ein Lichtblick für Collaboration Worker. Das UI der Collaboration kann nun dynamisch für die Administrationslabels und Menus in die Sprachen gewechselt werden, von denen Language Packs auf der Farm vorhanden sind. Das ist immerhin ein Fortschritt. Der Inhalt wird dadurch natürlich nicht multilingual. Und es stellen sich hier weiterhin architektonische Schwierigkeiten. Aber es ist ein Schritt in der richtigen Richtung.

Gesamthaft bin ich natürlich von den Änderungen im Bereich Language Support enttäuscht. Ich hätte mir da mehr gewünscht.

Arbeit im Hands on Lab

Den Nachmittag habe ich mal dem Hands on Lab gewidmet. Ich habe vor allem die Taxonomie Geschichte ausprobieren wollen. Das funktioniert eigentlich schon sehr gut und ist auch von der Bedienung her ansprechend. Es ist einfach, Taxonomiehierarchien zu erstellen. Man kann das auch in Excel tun und dann nach SharePoint importieren.
Probleme gab es noch im Change Management. Änderungen in den Taxonomie Terms wurden nicht in die Datenfelder der Listen und Libraries übernommen. Müssten sie aber meiner Meinung nach, da das ganze eben nicht als Begriffe sondern als Ids gespeichert wird.

Immerhin hat mich die Taxonomie nach der Sprachunterstützung wieder aufgerichtet.

Als alter SharePointer musste ich im Lab natürlich mal unter die Haube von SharePoint 2010 kucken. Es gibt hier natürlich jetzt den 14er Hive. Der sieht aber sehr familiär aus, wenn man den 12er kennt. Viele Sitedefinitions sind vertraut. Nach einem eingehenden Studium des 14er Ordners muss ich meine Aussage vom ersten Tag, dass die Grenzlinie zwischen Collaboration und Publishing Sites am verschwimmen ist, wieder zurücknehmen. Technisch ist das nicht der Fall. Microsoft täuscht das auch ein bisschen mit dem Einsatz von Wiki-Pages über den Collaboration Sites vor.

Visual Customizing von Sites

Der Rest des Nachmittags war dem Customizing von SharePoint gewidmet, also den MasterPages, PageLayouts, Styles usf.

Vorneweg gleich: Auch hier bleibt Wesentliches beim Alten. Der prinzipielle Aufbau mit MasterPages und PageLayouts sowieso, denn das ist .Net, aber offensichtlich bleiben auch die MasterPages selber sehr ähnlich zu denen von SharePoint 2007. Zu dieser Erkenntnis führt schon, die Aussage, dass der Upgrade einer customized MasterPage von 2007 auf 2010 sehr einfach sei: Zuerst das neue Ribbon plazieren und anschliessend redundante Controls ‚rauslöschen. Das seih’s dann. Na ja. Die Botschaft hört ich wohl…..

Was neu ist:

  • Alle MasterPages (also auch application.master, error.master, dialog.master und wie sie alle heissen mögen) können nun voll pro Application customized werden. Die Abhängigkeit auf genau einen application.master ist aufgehoben. Das segelt bei Microsoft unter dem Begriff „Multitenancy“.
  • SharePoint Foundation Sites (ex WSS) haben nun auch einstellbare MasterPages und PageLayouts. Früher war das nur den Publishing Sites vorbehalten.
  • Microsoft hat das Themeing stark ausgebaut. Themes können nun viel flexilbler vom Enduser oder Administrator gestaltet und zugewiesen werden. Es gibt auch eine grössere Anzahl oob Themes und es ist einfacher geworden, eigene Themes zu erstellen und zu deployen. Was leider immer noch der Fall ist, ist dass Themes an eine Site gebunden sind und nicht an eine SiteCollection. Das führt dazu, dass die u.U. vielen Files eines Theme in jede Site der SiteCollection kopiert werden, was die Contentdatenbank belastet und natürlich grosse ChangeManagement Probleme auslöst. Dieses Verhalten vermindert die Brauchbarkeit von Themes besonders in grossen Systemen immer noch massiv.

Feststellungen:

  • Der heutige Tag hat gezeigt, dass Microsoft nicht in allen Bereichen massive Änderungen/Fortschritte gemacht hat. Es gibt Bereiche (LanguageSupport für Content), die praktisch stehen geblieben sind. So hat sich auch im Customizing/Template Bereich nicht allzuviel verändert.
  • Auffallend ist auch hier, dass Microsoft grossen Aufwand in den Support des Endusers oder Administrators steckt. Sie sollen in der Lage sein ohne grossen IT Support ihre Sites zu customizen. Dies führt zu ganz anständigen Tools für den Enduser, vernachlässigt aber etwas den Developer und damit auch highend Anwendungen und highend Customizing.

SharePoint Conference 2009 Las Vegas – 2. Tag

Wir haben uns heute einen Vormittag Infrastruktur und Topologie angetan. Gleich im vorneherein:

Vieles bleibt gleich, einiges wechselt. Prinzipiell bleibt die Unterteilung in die Rollen Frontend Server, Application Server und Database Server bestehen. Was ändert, ist dass es den guten alten SSP nicht mehr geben wird. SharePoint 2010 besitzt bereits eine grosse Anzahl an zentralen Services:

Access Service
Excel Service
Manged MetaData Service
User Profile Service
Business Connection Service
Secure Storage Service
Search Service

Microsoft hat sich nun entschieden, diese Services in einer flexibleren Art anzubieten als über einen Shared Service Provider, der prinzipiell alle Dienste beinhaltet. Services können neu auf einem oder mehreren Application Servern installiert und zu Gruppen (sog. Service Proxy Groups) zusammengefasst werden. Dabei können verschiedene Services aus inhaltlichen oder betrieblichen Gründen auch mehrfach in einer Gruppe vorkommen.

SharePoint Applications können nun diesen Gruppen zugeordnet werden. So kann im Extremfall jede SharePoint Application ihre eigene Gruppe erhalten, Applications können aber auch Gruppen miteinander teilen. Neu ist auch, dass jeder Service seine eigene Datenbank haben kann. So wird vermieden, dass riesige SSP und SSP Search Databases entstehen.

Anschliessend wurde über Topologien geredet. Auch in 2010, wie in 2007 wird es Whitepaper mit entsprechenden Topologieszenarien geben. Eines soll bereits in Technet veröffentlicht sein.

Dargestellt wurden drei Topologie-Szenarien:

Small (<5000 User): 2 Server redundant als Frontend/Application Server und ein SQL Server. Medium (10'000 - 50'000 User): 3 Frontendserver, 4 Application Servers wobei die Service Proxy Groups wie folgt auf die Server verteilt sind: Group1: Excel-Service , Central Administration, User Profile Service, MetaData Service Group2: Excel-Service, User Profile Service, MetaData Service Group3: Query-Service Group4: Index-Service Large: (>50’000 User): Multifarm Installation mit je einer Farm für CMS, MySite und Collaboration, ausserdem eine zentrale Enterprise Service Farm mit verschiedenen Service Proxy Groups. Das ganze mit der Möglichkeit durch hinzufügen von Departemental Farms die Lösung weiter zu skalieren.

Die Darstellungen dazu werden in den Session-Präsentationen veröffentlicht werden.

Workflows die erste

Am Nachmittag war zuerst Workflow angesagt. Behandelt wurde dabei die neuen Funktionalitäten die der SharePoint Designer zusammen mit Visio 2010 bietet.

Zuerst muss einmal festgestellt werden, auf welchen Ebenen Microsoft Workflows und Workflowsentwicklung sieht:

OOB: Komplett out of the box gelieferte Workflows
Custom Declarative: Mit SharePoint Designer erstellte Workflows, die aber oob Activites benützen.
Custom Activities: Mit SharePonint Designer erstellte Workflows, die aber mit Visual Studio erstellte CustomActivities verwenden
Custom non Declarative: Komplett mit Visual Studio erstellte Workflows.

Die hier besprochene Session behandelte die Kategorien Custom Declarative und Custom Activities.

Generell kann gesagt werden, dass die Möglichkeiten, Workflows mit dem Designer zu erstellen massiv grösser geworden sind. Es gibt neue Workflow-Typen (Site Workflow, reusable Workflow), also Workflows, die an Sites gekoppelt werden können und auch Workflows, die nach Visual Studio exportiert und damit normal über Solutions deployed werden können. Es gibt viele neue oob Activities wie UserProfile Lookup, Read-Write von External Lists, DocumentenSet Management, Variablen Deklaration, Impersonierung uva.
Damit lässt sich schon einiges anfangen. Ein Developer oder sogar ein richtiger PowerUser sollte damit ordentliche Workflows erstellen können.
Zusätzlich können Workflowdefinitionen neu nach Visio exportiert und dort visuell dargestellt werden. In Visio können die Workflows mit weiteren Activities ergänzt und anschliessend wieder zurück in den SharePoint Designer importiert werden. Obwohl dieses hin- und her- für meinen Geschmack etwas gestelzt wirkt, ermöglicht es doch ganz hübsche Visualisierungsmöglichkeiten.

Eine spezielle Art Workflow oder eher Lifecycle Management kann mit dem Task Process Designer erstellt werden. Hiermit können einem Workflow Task Aktionen während den Stati seines Lebenszyklus zugewiesen werden, z.B. bevor ein Task einem Benutzer zugewiesen wird, wenn der Task auf Bearbeitunge wartet, wenn er gelöscht wird, wenn er erledigt ist usw. Damit lassen sich beispielsweise recht einfach die beliebten „remainderloops“ für säumige Taskbearbeiter implementieren.

Unter der Haube, also bei der Workflow Foundation, hat sich offensichtlich trotz anderer Gerüchte nicht allzuviel getan. Lediglich die „convenience Functions“ für deklarative Workflow-Erstellung sind massiv verbessert worden.

Dies führt zu folgenden Überlegungen:

  • Deklarative Workflows sind eine hübsche Möglichkeit, einfache, nicht businesskritische Workflows auf schnelle Art und Weise zu implementieren.
  • Trotz massivem Ausbau von externen Datenquellen ist immer noch die Tendenz vorhanden, Personen, E-Mails, Elemente hart in den Workflow einzuarbeiten. Dies führt im Lebenszyklus von Workflows natürlich zu Problemen, so z.B. wenn eine Person ein Unternehmen verlässt.
  • Gewisse Mängel der SharePoint Workflows wie ungenügendes/unklares Exceptionhandling und das Fehlen von Transaktionssicherheit sind mit der aktuellen Version von deklarativen Workflows in SharePoint nicht behoben.
  • Die Förderung des Designers als Workflowdevelopment Tool zeigt einmal mehr klar die Stossrichtung von Microsoft: Rapid Development durch Einsatz von vorgefertigten Elementen.

Mal sehen, was die Folgesession über Workflows in Visual Studio 2010 am Donnerstag ergibt.

MySite und Profiles

Die letzten Vorträge des Tages bezogen sich auf MySite und Profile.

Microsoft hat hier sehr viel unternommen. Auf den ersten Blick ist der Applikationslayout einer MySite aber noch gleich. Es gibt immer noch die MySiteHost SiteCollection, die die Profilseiten (MyProfile) enthält. Die führt aber nun auch eine Seite MyNetwork und es gibt daneben für jeden MySite Benutzer seine eigene MySite als eine unter vielen Benutzersitecollections.

Grosse Änderungen haben sich aber im Funktionsumfang und der Art der angezeigten WebParts, der People Search und auch in der Vernetzung der Daten in den Datenbanken im Hintergrund vollzogen. Neben der eigentlichen User Profil Datenbank die für viele der Daten der MySite und des Profils verantwortlich zeichnet exisitert eine völlig neue Social Database. Sie enthält getaggte personalisierte Informationen über Links, Aktivitäten, Bilder etc.
Überhaupt spielen sich im Hintergrund komplexe Zusammenhänge zwischen den MySite/Social Datenbanken und den verschiedenen Service Applications (Enterprise Managed MetaData, User Profile Application und Search Application) ab.

Um nur einige der neuen Funktionalitäten zu nennen:

Der Activity Feed kann alle Aktiviäten eines Benutzers im System tracken. Kundenkontakte, Meeting-Einladungen, Arbeit an Dokumenten usw. können solche Activities sein. Der Benutzer kann seinen Activity Feed taggen und seine Arbeiten anderen Benutzern über die Privacy Settings (nur dem HR, nur meinen Kollegen, allen) zur Darstellung freigeben. Dadurch kann eine genaue Liste der Tätigkeiten eines Benutzers entstehen, die auf der MySite oder dem Profil dargestellt werden kann.

Profil Bilder liegen neu in einer zentralen Picture Library (/mysitehost/UserPhotos) in verschiedenen grössen vor (32×32, 48×48, 96×96) und können ins AD synchronisiert werden.

Social Tagging ist im gewissen Sinne ein Nachfolger und eine Erweiterung der MyLinks. Benutzer können irgendwelche Urls direkt innerhalb oder ausserhalb von SharePoint direkt im Browser taggen, mit Kommentaren versehen und raten. Aus dieser Information kann anschliessend ein NewsFeed in der MySite oder den Profilen befüllt werden.

Neu lassen sich Notes und Mitteilungen an einen bestimmten Benutzer direkt über die MySite in eine Notes Liste der entsprechenden MySite posten.

Auch einige vertraute bekannte sind wieder dabei und aufgepeppt: Der Colleague Tracker z.B. oder die SPSite Membership.

Beurteilung:
Microsoft hat eine klare Vorstellung davon, wie Social Networking im Zusammenhang mit Collaboration in einer Firma funktionieren soll. Wer von SharePoint MySites und Profilen richtig profitieren will, der sollte sich dieser Philosophie verpflichten.

Einige der angebotenen Funktionen erscheinen einigermassen heikel. Es ist nicht ganz klar, ob jeder Benutzer Freude daran hat, wenn seine aktuellen Aktivitäten gesammelt werden.

SharePoint Conference 2009 Las Vegas – Vor Ort Eindrücke, ct‘

Ein weiterer Bereich der SharePoint 2010 „Slices“ ist Search.

Microsoft hat hier zuerst einmal Bereinigungen gemacht, die eigentlich schon lange hätten gut sein sollen. Z.B. Wildcardsuche. Im weiteren sind neue Funktionalitäten im Bereich „faceted search“ und „federated search“ ins Produkt eingegangen.

Eigentlich muss man ja neu unter zwei Produkten unterscheiden. SharePoint Server 2010 wird mit einer verbesserten Version der bestehenden Search Engine in zwei Versionen ausgeliefert werden (Express und Standard). Für den Enterprise Bereich wird die FAST Engine empfohlen.

Was genau, FAST so viel besser macht, werden folgende Sessions zeigen.

Das weite Feld Business Intelligence segelt neu unter dem „Slice“ Insights.
Offensichtlich möchte Microsoft diesen Bereich sehr stark weiter pushen. Neben den bestehenden und weiter ausgebauten Excel Services sind neu Visio Services und Performance Point Services im Produkt enthalten.

Excel Services erlaubt das publizieren von Excel Sheets über SharePoint. Der Benutzer kann angeben, welche Teile eines Sheets publiziert werden sollen. Er kann Teile schützen oder freigeben. Mehrer Benutzer können gleichzeitig an einem Excel Sheet arbeiten. Es existiert eine „Excel-Browser Anwendung“ mit der Excel Sheets auch ohne lokal vorhandenes Excel bearbeitet werden können.

Performance Point Services zielt auf die Erstellung von persönlichen „Business Portalen“ mit Scorecards und Dashboards. Offensichtlich wurde massiv in den Ausbau der „Business Connection Services“ (früher BDC) investiert. Es wurden eindrückliche Demos von Datenbankzugriffen im 100 Millionen Item Bereich mit Filterung und Sortierung gezeigt.

Visio Services erlaubt die Darstellung und das Editieren von Visio Diagrammen über SharePoint. Visio nimmt eine neue Stellung als „Workflow-Design“ Tool ein, insofern, dass Workflows neu über die Visio Services visuell designed werden können. Details dazu werden folgende Sessions ergeben.

Der letzte neue „Slice“ nennt sich „Composites„.
Microsoft versteht darunter die Möglichkeit, mit SharePoint durch Zusammenführen von bestehenden oob Elementen (WebParts, Visualisierungen, Business Connection Service etc.) zu einem Rapid Development von benutzerzentrierten Anwendungen und Kleinanwendungen zu kommen. Entwickler und auch Poweruser sollen in der Lage sein, auf einfache Weise kostengünstige Business Anwendungen zusammenzustellen. Dabei soll kein oder nur minimaler Code verwendet werden.Microsoft verspricht damit dem Enduser weniger Kosten und bessere Bedürfniserfüllung. Der zeitliche Bottleneck IT und Development soll umgangen werden.

Erste Rückschlüsse:

  • Search wird von Microsoft als sehr wichtig empfunden. Search Funktionalitäten zusammen mit Taxonomie/Tagging stehen im Zentrum zukünftiger SharePoint Anwendungen, sowohl im kleinen als auch im Enterprise Bereich.
  • Wie schon gesagt scheint Microsoft den Weg „Rapid Development with oob“ konsequent weiterverfolgen zu wollen. Dies bedeutet in einger gewissen Sicht auch eine Abkehr vom klassischen Development.
  • Es ist klar, dass viele der gezeigten Funktionalitäten ein ausgeprägtes Spezialistentum erfordern. So können z.B. aufwändige Business Connection Lösungen für Grossbetriebe mit Dataretrieval und Cubes nicht einfach durch Zusammenklicken gelöst werden. Da braucht es ausgeprägte Knowhow Spezialisten. Dazu gehört sicher auch der Workflow Bereich..

SharePoint Conference 2009 Las Vegas – Vor Ort Eindrücke

Markus Wirrer und Markus Spiekermann von namics sind aktuell an der SharePoint Conference 2009 in Las Vegas.

Hier einige Eindrücke vom ersten Tag.

Der ganze Vormittag des Montags war der Begrüssung und einem grossen Überblick über die neuen Funktionalitäten gewidmet.

Zuerst ist ein neues Wording festzustellen: Die gesamte Produktsuite heisst nun neu Microsoft SharePoint 2010. Das Office ist wieder aus dem Namen herausgerutscht.

Primär teilt Microsoft nun die SharePoint Produkte klar zwischen Intranet, Internet und Online (Cloud) Bereich. Offensichtlich sind die folgenden Produkte vorgesehen:

Im Intranet Bereich:

SharePoint Foundation 2010 -> das ist das was früher WSS 3.0 hiess
SharePoint Server 2010
Fast Search Server 2010

Im Internet Bereich:

SharePoint Internet Server 2010 Standard Edition
SharePoint Internet Server 2010 Enterprise Edition
Fast Search Server 2010 for Internet Business

Im Online (Cloud) Bereich
SharePoint Online
SharePoint Online for Internet

Interessant ist dabei, dass es sich bei dieser Trennung in Intranet- als auch Internet-Bereich vielleicht eher um eine lizenztechnische Übung handelt. Auf jeden Fall deuteten die gezeigten Demos und Aussagen der Vortragenden („Alles ist Content !“) darauf hin, dass die bisher relativ klaren Grenzen zwischen Collaboration und Content Management aufgeweicht werden.

Wir alle kennen die berühmten SharePoint Slices der Produkte-Darstellung von MOSS 2007. Diese Darstellung hat sich weiterentwickelt, die Elemente heissen nun neu und ihre Inhalte haben sich auch etwas umgruppiert

Man spricht nun nicht mehr von:
Collaboration, Portal, Search, Content Management, Business Forms und Business Intelligence

sondern von

Sites, Communities, Content, Search, Insights, Composits.

Sites
meint den ganzen Bereich der SharePoint Grundlagen, also das UI, die Browser Experience und Standards, Language Support, Office Integration und Offline Work.

Das gesamte SharePoint Browser UI baut neu auf den von Office 2007 bekannten Ribbons auf. Ein erster Eindruck zeigt, dass diese Veränderung dem Produkt tatsächlich zu gute kommt. Viele Einstellungen können nun mit weniger Klicks und ohne neuen Seitenaufbau erreicht werden. Dies liegt u.A. auch an der massiven Ajax Unterstützung des Benutzerinterfaces. Weniger gelungen scheinen uns die neuen „Overlay Popups“, die anstelle früherer Popup Windows getreten sind.
Microsoft betont, dass SharePoint 2007 nun Html Standards und XHTML Standards unterstützt. Dies würde das Ende der wilden Html Templates, wie sie noch in SharePoint 2007 verhanden waren bedeuten. Microsoft verspricht, dass gängige Browser zu 100% unterstützt werden. Dazu gehören FireFox und Safari.

SharePoint Sites können neu dynamisch in eine andere Sprache umgeschaltet werden. Dies betrifft natürlich die Administrationslabels und oob Menus. Content wird dadurch keiner übersetzt. Trotzdem ist das ein grosser Fortschritt zu der „sprachlosen“ Zeit von 2007. Interessant ist, dass Meta-Data neu offensichtlich „Sprachinstanzen“ haben können. Zumindest ist die Message des Speakers so angekommen. Wir werden in den Hands on Labs diese Aussage überprüfen.

Ein neues Feature ist der SharePoint Workspace. Dieser ist eine clientseitige Applikation und per se eine Weiterentwicklung des Grove Servers. Sites können damit offline genommen, ihr Inhalt weiter bearbeitet und anschliessend wieder synchronisiert werden. Das tönt gut. Leider sind aber bereits auch kleinere Ausnahmen aufgefallen, so kann z.B. der Kalender offensichtlich nicht offline genommen werden, gleich wie Publishing Pages.

Communities
Meint den Bereich, der früher unter WSS Collaboration verstanden wurde. Darunter fasst Microsoft die klassischen WSS Funktionalitäten, Wiki, Blog, Contentypes, MetaData aber auch MySites und Profiles zusammen.
Klassische Teamsite Pages haben sich stark verändert. Sie sind neu nach Wiki-Manier gestaltet. Es ist neu vielmehr die Idee, in einer Teamsite eigene Pages anzulegen und diese als Wiki Elemente zu verstehen. Aussage: „Alles ist Wiki“. Der Unterschied zu einer Publishing Page scheint hier zu verschwimmen. In der selben Art sind die Blog SiteDefinitions neu aufgebaut und erweitert.

Microsoft hat ein wesentliches Augenmerk auf die MetaData gelegt. MetaData werden neu in einem eigenen Service farmweit, ja sogar farmübergreifend verwaltet. Tagging von Inhalten wird zu einer zentralen Anforderung an den Author oder Collaboration Worker. Viele angekündigte neue Features, wie massive Listen und Document Libraries bis in den Millionen Items Bereich können nur mit vernünftiger Taxonomie und Tags verwaltet und beherrscht werden.

Zum gesamten Bereich „Communities“ zählt Microsoft auch das „Social Computing“: MySites, Profile etc. Hier ist viel Arbeit investiert worden. Der ganze Aufbau zielt darauf ab, in den Funktionalitätsumfang von „Twitter“ oder „FaceBook“ vorzudringen und die MySites in ein firmenweites „MyNetwork“ zu verwandeln. Mitarbeiter sollen ihre persönlichen Daten, ihre aktuelle Arbeit, ihre aktuellen Projekte, Skills, Experiences usw. zielgenau personalisiert ablegen und unterschiedlichen Benutzergruppen unterschiedliche Rechte darauf geben. Elemente des Social Computing können auch in normalen Sites ausserhalb der MySite verwendet werden.

Content
Wie schon erwähnt scheinen die Grenzen zwischen Content Management und Collaboration mit SharePoint 2010 zu verschwimmen. Microsoft macht Aussagen wie „Alles ist Content“. Im Bereich der Listen wird mehrfach darauf hingewiesen, dass Listen mit Millionen Einträgen kein Problem darstellten. Vorraussetzung ist eine funktionierende Taxonomie und eine funktionierende Suche. Ebenso scheint die Grenze zu „regulierten Dokumenten“ und „Records Management“ zu verschwimmen. Microsoft hat in diesem Bereich ebenfalls viel investiert. Der ganze Bereich Governance/Compliance wurde ausgebaut und ist im ganzen SharePoint 2010 verfügbar, nicht nur in bestimmten SiteTemplates.
Ein Beispiel dafür: In Document Libraries kann man neu sogenannte Document Sets erstellen. Sets von Einzeldokumenten, die inhaltlich zusammengehören können zusammengefasst und als Einheit verwaltet werden.
Aussage von Microsoft ist ganz klar: „Yes: SharePoint is a Document Management System.“

Weitere Elemente werden wir später beschreiben.

Erste Rückschlüsse:
Im Gesamten macht Microsoft SharePoint 2010 auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Folgende Dinge sind feststellbar:

  • Microsoft verstärkt den Trend zu „einfachen“ Enduser Anwendungen. SharePoint Designer wird gepusht und auch andere Elemente scheinen darauf ausgelegt zu sein, dem PowerUser mehr Möglichkeiten zur Hand zu geben, seine eigenen Custom „Applications“ direkt auf der Produktionsfarm zu erstellen. Der Trend zu LiveCycle Development (Test, Quality, Production) wird nicht stärker hervorgehoben.
  • Das Produkt wartet mit einer grossen Menge von OOB Elementen und Konzepten auf. Es ist zwingend nötig, diese Elemente zu beherrschen, um die Philosophie hinter SharePoint 2010 zu verstehen um Kunden sauber zu beraten.
  • Microsoft hat eine klare Philosophie, wie Information Worker in einer Firma zusammenarbeiten sollten. Um gute Anwendungen mit SharePoint 2010 bauen zu können, ist es notwendig, diese Philosophien bis zu einem gewissen Grad zu übernehmen.
  • Das neue Benutzerinterface und insbesondere die extensiven AJAX Zugriffe machen es für einen Anwendungsentwickler anspruchsvoller, WebParts und Controls zu entwickeln, die in die Usability von Microsoft passen.

SharePoint Conference 2009 in Las Vegas

Soeben hat die SharePoint Conference 2009 in Las Vegas begonnen. Das ist die Konferenz für SharePoint 2010, war bisher alles geheim kommen nun neue Features ans Tageslicht. Die Konferenz wurde von Steve Ballmer eröffnet. Neben kleinen Live-Vorführungen neuer Features, welche Appetit gemacht haben, gab es eine Übersicht über die neuen SharePoint 2010 Produkte.

618-SP2010 - Products_thumb.png

Quelle: http://www.mssharepointconference.com/Pages/default.aspx#

Folgende SharePoint 2010 Server wird es in Zukunft geben:

On premise, also Server im Haus:

  • SharePoint Foundation
  • SharePoint Server 2010
  • FAST Search Server 2010
  • SharePoint Server 2010 for Internet Sites Standard Edition
  • SharePoint Server 2010 for Internet Sites Enterprise Edition
  • FAST Search Server 2010 for Internet Sites

In der Cloud:

  • SharePoint Online
  • SharePoint Online for Internet Sites

Neu wird stark zwischen SharePoint und SharePoint for Internet Sites unterschieden. In der Cloud kann man zukünftig auch eigene Solutions und Code hochladen, ebenso wird es SharePoint in der Cloud für Internet Sites geben. Ich bin gespannt auf die öffentliche Beta November 2009 und SharePoint 2010 Final wahrscheinlich Ende 1. Quartals 2010.

ps. Live vor Ort bin ich leider nicht, immerhin wurde die Keynote per Stream übertragen.

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