SharePoint 2010 – Vorstellung der Microsoft Migrations-Szenarien

Microsoft hat diverse Tipps und Vorgehensbeispiele veröffentlicht (z.B. auf Technet), welche die verschiedenen Varianten für den Upgrade auf SharePoint 2010 beschreiben. Auch sonst wurde schon viel darüber geschrieben, aber konkrete Erfahrungsberichte sind selten anzutreffen.

In den folgenden Blogposts möchten wir unsere Upgrade-Erfahrungen vorstellen:
• Vorstellung der Microsoft Migrations-Szenarien
• Analyse zur Migration
• Learnings aus Solution Upgrade
• Database-Attach
• Service Applications

Bevor wir auf die Microsoft Migrations-Szenarien eingehen, möchten wir kurz die System/- sowie die Hardwareanforderungen einer SharePoint 2010 Farm hinweisen.

Systemanforderungen
SharePoint 2010 muss unter einer 64-Bit-Edition von Windows Server 2008 R2 oder Windows Server 2008 mit Service Pack 2 (SP2) ausgeführt werden. Wenn SharePoint 2007 zurzeit unter Windows Server 2003 ausgeführt wird und sie auf SharePoint 2010 upgraden möchten, müssen sie eine ausreichende Anzahl von Windows Server-Lizenzen für die Bereitstellung auf dem neueren Betriebssystem einplanen.

Datenbankanforderungen
Für SharePoint 2010 muss der zugehörige Datenbankserver einer 64-Bit-Version eines der folgenden Produkte entsprechen:
• Microsoft SQL Server 2008 R2
• SQL Server 2008 mit Service Pack 1 (SP1) und kumulativen Update 2
• SQL Server 2005 mit SP3 und kumulativen Update 3

Vorstellung der Migrations-Szenarien
Die Migration auf SharePoint 2010 kann auf verschiedene Arten angegangen werden. Nachfolgend werden die 3 Szenarien von Microsoft nochmals kurz beschrieben:

In-Place Upgrade
Bei einem In-Place Upgrade wird SharePoint 2010 auf einer 2007er-Farm installiert und mit dem SharePoint Products Configurations Wizard aktualisiert. Ein Parallelbetrieb von SharePoint 2007 und 2010 auf derselben Farm ist aber nicht möglich.

Vorteile dieser Variante:
• Die ganze Farm kann in einem Schritt aktualisiert werden
• Die Farm-weite Konfiguration bleibt erhalten
• Server müssen nicht neu eingerichtet werden (sofern die Hardware-Anforderungen erfüllt sind)

Die Nachteile sind:
• Typ der Farm muss gleich bleiben
• Keine Pause/Roll-Back nachdem gestartet wurde
• Downtime relativ lang
• Kein paralleles Upgrade von Content DBs

Generell kann diese Variante empfohlen werden, wenn die Plattform nicht geschäftskritisch ist und verhältnismässig kleine Content DBs angehängt sind. Zudem sollte die 2007er-Plattform sauber konfiguriert sein und nur wenige Customizations im Einsatz haben.

Database Attach Upgrade
Bei dieser Variante wird zuerst auf neuer Hardware eine neue SharePoint 2010 Farm aufgebaut. Anschliessend können die 2007er Content DBs an die neue Farm angehängt und aktualisiert werden.

Vorteile:
• Mehrere Content DBs können gleichzeitig angehängt und aktualisiert werden (=> Schneller!)
• Sauberes Upgrade mit der grössten Kontrolle
• Nützlich, wenn die Hardware sowieso ausgetauscht werden muss

Nachteile:
• SharePoint 2010 Farm muss neu aufgebaut und konfiguriert werden
• Customizations müssen manuell übertragen werden
• Gute Kenntnisse der SQL Server Tools nötig

Zu empfehlen ist diese Variante, wenn die bestehende Plattform instabil/schlecht läuft und/oder sowieso eine „Rundum-Erneuerung“ mit Hardware-Austausch nötig ist. Man kann mit dieser Variante aufräumen und eine saubere, neue Farm konfigurieren.

Hybrid Upgrade
Grundsätzlich ist der Hybrid Upgrade eine Kombination aus dem In-Place Upgrade und dem Database Attach. Man kann damit die Vorteile der beiden Varianten kombinieren.
Hierzu werden die Content DBs vor dem Upgrade abgehängt und ein In-Place Upgrade mit der restlichen Farm durchgeführt. Anschliessend können die Content-DBs wieder angehängt und aktualisiert werden.
Wenn zusätzliche Hardware verfügbar ist, kann man die Farm zuerst auf die neue Infrastruktur „kopieren“ und dann von dort aus upgraden.

Vorteile:
• Farm-weite Konfiguration bleibt erhalten
• Gleichzeitiges Upgrade der Content DBs
• Wenn neue HW vorhanden ist, kann ein Parallelbetrieb (mit Read-Only DBs) der 2007er und 2010er Farm ermöglicht werden

Nachteile:
• Komplexität
• Viel zusätzliche Hardware für Parallelbetrieb nötig

Ein Hybrides Upgrade ist in den meisten Fällen die beste Variante, da sie die grössten Vorteile aufweist. Insbesondere wenn keine Downtime verkraftbar und eine grosse Kontrolle über den Upgrade-Prozess gewünscht ist, ist diese Variante zu empfehlen.

Weitere Punkte
Hier vorgestellt wurde natürlich nur ein Teil der Informationen über die einzelnen Szenarien. Weitere Informationen gibt es unter anderem in der Technet-Library oder in den Trainings-Präsentationen von Microsoft.

Neben den Szenarien gibt es noch diverse andere wichtige Informationen und Vorbereitungen die man für ein Upgrade treffen muss, z.B.:
• Hardware-Anforderungen
• Visual Upgrade
• Upgrade von Customizations
• Backup/Roll-back Strategie, falls das Upgrade fehlschlägt

Im nächsten Blogpost gehen wir auf die Analyse vor einer Migration ein.

SharePoint 2010 und Migration

Mit SharePoint 2010 hat Microsoft die nun vierte Version von SharePoint herausgebracht.
Ich werde nun im ersten Teil meines Blogs die wesentlichen Vorteile von SharePoint 2010 für Unternehmen aus betrieblicher Sicht, aber auch aus der Anwenderperspektive, aufzeigen. Der zweite Teil meines Blogs soll ein mögliches Migrationsszenario von SharePoint 2007 auf SharePoint 2010 aus einem bestehenden Projekt aufzeigen. Dabei werde ich die wichtigsten Schritte, die es bei einer Migration zu beachten gilt, kurz erläutern. Dazu zählt die Migration der Content- sowie der My Site- (inkl. Der Shared Services Provider – SSP) Datenbank.

Vorteile von SharePoint 2010 aus Betriebssicht
Nachfolgend werden die Vorteile die sich durch den Einsatz von SharePoint 2010 für ein Unternehmen ergeben kurz erläutert und beschrieben:

Monitoring und Überwachung
SharePoint 2010 enthält eine Reihe von Features, um detaillierte Einblicke in die Leistung und die Zuverlässigkeit der SharePoint-Server zu gewähren. Damit können dem Administrator nun zahlreiche neue und verbesserte Tools für Serverdiagnosen, Zuverlässigkeitsprüfung und Überwachung sowie Berichterstellung an die Hand gegeben werden.

Nachfolgend ein mögliches Szenario in einem Unternehmen:
Ein Benutzer stellt einen Fehler fest und meldet ihn dem IT-Verantwortlichen. Der Administrator beginnt mit der Untersuchung des Fehlers, um die Ursache zu ermitteln und zu beseitigen. Diesen Prozess unterstützt SharePoint 2010 nun mit dem neuen Konzept der Korrelations-IDs. Korrelations-IDs sind Bezeichner, die intern jeder Anforderung zugeordnet und in Fehlermeldungen angezeigt werden. Der Benutzer hat die Korrelations-ID notiert und dem Administrator mitgeteilt. Mit Windows PowerShell kann der Administrator die gleiche Korrelations-ID im ULS-Protokoll finden, die Ursache des Fehlers herausfinden und die nötigen Anpassungen vornehmen. Dank dieser Korrelation zwischen den ULS-Protokolldateien und der Benutzeroberfläche kann der Zeitaufwand für das Ermitteln der Ursache eines Problems erheblich verringert und die Behebung von Fehlern in SharePoint deutlich beschleunigt werden.

Reports
Mithilfe der erfassten Integritäts- und Verwendungsdaten kann SharePoint 2010 Integritäts- und Verwendungsberichte generieren, die Administratoren auf einfache Weise durchsuchen können. IT-Mitarbeiter gewinnen anhand dieser Berichte und der darin enthaltenen übersichtlichen Diagramme schnell einen Überblick über den allgemeinen Status der Serverfarm.
Die SharePoint-Integritätsanalyse ist eine neue Kernkomponente von SharePoint 2010. Sie baut auf den Prinzipien auf, die der Komponente „Best Practices Analyzer“ zugrunde lagen, die als Befehlszeilenanwendung für Office SharePoint Server 2007 ausgeliefert wurde.
Die SharePoint-Integritätsanalyse ist eng in die SharePoint Central Administration integriert. Erkennt die SharePoint-Integritätsanalyse Probleme mit der Serverfarm, zeigt sie dem Administrator auf der Homepage für die Central Administration an markanter Stelle eine Meldung an. Der Administrator kann dann auf einen Link klicken, unter dem die festgestellten Probleme detaillierter beschrieben werden. SharePoint 2010 umfasst einen Satz vordefinierter Regeln, anhand derer die Integritätsanalyse den Status der verschiedenen Komponenten der Farm überprüft. Werden Probleme erkannt, kommen eine Reihe von Optionen in Frage, um diese zu beheben. Hierzu gehören beispielsweise die automatische Reparatur, Links zu weiteren Onlinehilfeinhalten, die die weitergehende Diagnose und Problembehebung unterstützen, oder das manuelle Reparieren.

Web Analytics
Web Analytics, die ein fester Bestandteil von SharePoint 2010 ist, baut ebenfalls auf der Erfassung von Integritäts- und Verwendungsdaten auf. Die Administratoren können mithilfe von Web Analytics Trends bei Seitenaufrufen analysieren und die beliebtesten oder am häufigsten aufgerufenen Intranet Inhalte identifizieren. Die gesammelten Daten können wiederum genutzt werden, um die Benutzerfreundlichkeit der Schnittstelle zu verbessern. Der Bericht lässt sich zudem zur Anpassung und weiteren Analyse in Microsoft Excel exportieren.

Vorteile durch SharePoint 2010 für Unternehmen aus Business-Sicht
Folgende Vorteile ergeben sich durch den Einsatz von SharePoint 2010 für Unternehmen aus Business Sicht:

  • Verbesserung der Suchfunktionen und Zeiteinsparung für Wissensarbeiter, die mit der Auffindung von Unternehmens-, Kunden- und externen Inhalten beschäftigt sind.
  • Unterstützung der Arten von Social Computing und Web 2.0-Funktionen, mit denen die Mitarbeiter vertraut sind, durch „My Sites“, Team-Sites und gemeinsame Nutzung von Wissen und Ideen sowie Unterstützung eines besseren Zugangs zu Experten und Gemeinschaften, die von Interesse sind.
  • Integration von Unternehmensdaten aus bewährten bestehenden Systemen, einschliesslich Geschäftsintelligenz-, ERP- und HR-Systeme, über die neuen Business Connectivity Services.

Metadaten
Ein weiterer Vorteil für die Unternehmen könnte der neue Metadatendienst von SharePoint 2010 sein. Der Metadatendienst veröffentlicht Taxonomie und Inhaltstypdefinitionen für die Verwendung innerhalb einer Farm und in mehreren Farmen. Er ermöglicht Organisationen die Verwendung einer gemeinsamen Taxonomie zur Kennzeichnung von Inhalten innerhalb und ausserhalb von SharePoint sowie zur breiten Wiederverwendung der Inhaltstypdefinitionen.
Eines der Ziele der Implementierung von SharePoint 2010 ist es, die gegenwärtig unstrukturierten Daten im Unternehmen benutzerfreundlicher und besser überschaubar zu machen.

Excel und Performance Point Services
Performance Point Services
Praktisch jede Business Intelligence Plattform beinhaltet Diagramme und KPIs.
Microsoft Performance Point Server 2007 diente genau dazu, solche Dashboards mit den gewünschten Informationen zu erstellen, war aber bisher nicht integriert.
In SharePoint 2010 sind die Performance Point Services nun fix integriert. Daten können in SharePoint-Listen abgelegt werden und es können die Funktionen von SharePoint wie Berechtigungsverwaltung oder Administrationsfunktionen benutzt werden.
Mit dem Dashboard Designer ist es möglich mit wenigen Klicks komplexe Dashboards auf SharePoint 2010 zu publizieren. Mitarbeiter können nun selbstständig interaktive Dashboards mit Daten aus diversen Quellen wie Excel, SQL Server, SharePoint Listen, Visio Service oder der Unternehmens Intranet Seite erstellen und publizieren.

Excel Services
Excel Services wurde in SharePoint 2007 schon eingeführt. Excel Services bilden einen gemeinsamen Dienst, mit dem Microsoft Excel-Arbeitsmappen in Microsoft SharePoint Server 2010 laden, berechnen und angezeigt werden können.
In SharePoint 2007 sind zwei primäre Schnittstellen für Excel Services verfügbar:

  • Ein Excel Web Access-Webpart, mit dem eine aktive Arbeitsmappe in einem Browser anzeigt und mit dieser kommunizieren werden können
  • Excel-Webdienste für den programmgesteuerten Zugriff

Zudem können die Dienste für Excel-Berechnungen mit benutzerdefinierten Funktionen erweitert werden.

In SharePoint 2010 wurden Excel Services mit folgenden Funktionen erweitert:

  • Ein ECMAScript (JavaScript, JScript)-Objektmodell
  • Eine REST-API
  • Zusätzliche Methoden und Eigenschaften in Excel-Webdienste

Excel Services-ECMAScript (JavaScript, JScript)
Das ECMAScript-Objektmodell in Excel Services ermöglicht Veröffentlichung, Mashups, Automatisierung und Erweiterung von Excel Services. Mit einem Mashup kann beispielsweise Funktionen oder Daten aus mehreren Quellen zu einem einzelnen, integrierten Dienst oder einer solchen Anwendung oder einem solchen Medium kombiniert werden.

Excel Services-REST-API
Die REST-API in Excel Services ermöglicht Operationen für Excel-Arbeitsmappen mithilfe von Operationen, die im HTTP-Standard festgelegt sind. Auf diese Weise wird ein flexibler, sicherer und einfacher Mechanismus verfügbar gemacht, um auf Excel Services-Inhalte zuzugreifen und diese zu bearbeiten.

Verbesserungen an Excel Web Services
Die Excel-Webdienste wurden in SharePoint 2010 erweitert und verbessert, u. a. können Arbeitsmappen programmgesteuert bearbeiten und gespeichert werden.

Office 2010 Integration
Die Integration von Office 2010 in die neue SharePoint 2010 Version wurde enorm erweitert. Mit der neuen Office-Backstage-Ansicht, welche auf allen Office-Client-Applikationen verfügbar ist, können einfache Aufgaben, wie das Einfügen und Herausnehmen von Dokumenten aus einer SharePoint-Bibliothek, durchgeführt werden.
Gleichzeitiges Arbeiten am selben Word-Dokument ist nun ebenfalls möglich, jeder Autor wird automatisch erfasst. Word sperrt automatisch den Abschnitt, der gerade von einer Person bearbeitet wird und öffnet gleichzeitig das Restdokument für weitere Autoren. So ist Echtzeit-Projektarbeit im Team nun noch komfortabler für Unternehmen möglich.
Outlook 2010 ist mit einem E-Mail-Alarm ausgestattet, der benachrichtigt, wenn Inhalte erstellt oder aktualisiert worden sind. Dadurch wird die lästige Suche nach veränderten Daten am SharePoint hinfällig. Outlook erzeugt auch automatisch eine Verbindung zur „My Site“ und informiert über Veränderungen von externen Seiten wie beispielsweise Facebook.

Fazit
In ihrem Kern sind die wesentlichen Verwendungsmöglichkeiten für SharePoint-Produkte und -Technologien (Websitebereitstellung, Webparts, Zusammenarbeit, Dokumentverwaltung, Webverwaltung, Suche) unverändert geblieben. Geändert hat sich der Umfang der Out-of-Box-Funktionalität, die in einer Organisation nach Implementierung von SharePoint 2010 als Unternehmenslösung genutzt werden kann.
Aus der geschäftlichen Perspektive wird durch SharePoint 2010 der Bedarf an einer zentralisierten Lösung gedeckt, die zusammen mit bestehender Software und vorhandenen Anwendungen verwendet werden kann.
Für die Administratoren bringt diese SharePoint 2010 Version enorme Verbesserungen im Hinblick auf eine nicht nur verwaltbare, sondern auch einfach zu wartende Lösung. Die Integration mit Windows PowerShell ermöglicht eine bessere administrative Kontrolle und ein effizienteres Befehlszeilentool und trägt zur Steigerung der Produktivität bei.
Durch eine bessere Ausnutzung von Tools, die in vielen Unternehmen verwendet werden, wie z.B. Excel, Word, Visio und PowerPoint, fassen die Mitarbeiter zuvor unstrukturierte Inhalte und strukturierte Informationen noch besser zusammen. Mehr Business Intelligenz-Funktionen werden in die SharePoint 2010-Plattformfunktionen mit aufgenommen, indem Geschäftsdaten aus mehreren Quellen mit Hilfe von Business Connectivity Services, PerformancePoint Services, SQL Server Analysis Services und auch ERP-Systemen von Drittanbietern integriert werden können.
Auf der neuen Oberfläche der Central Administration lassen sich zudem Einstellungen für die SharePoint-Umgebung einfacher finden und konfigurieren. SharePoint 2010 beinhaltet mehr Leistungssteuerelemente und Protokollierungs- und Berichterstellungsoptionen. Ausserdem bietet es die von vielen gewünschte Verbesserung der systemeigenen Optionen für die Notfallwiederherstellung. Die überarbeitete Dienstanwendungsarchitektur ermöglicht eine höhere Flexibilität bei den gemeinsamen Diensten, die verwendet werden.

Der nächste Blog Teil befasst sich mit den Thema Migration auf SharePoint 2010.

SharePoint Server 2010 und SQL Server 2008 R2

Der SQL Server ist die Grundlage für SharePoint. Ohne eine saubere SQL Server Implementation und Konfiguration ist eine Sharepoint Plattform nicht performant betreibbar. Nachfolgend sollen neue Feature aber auch Best Practices Ansätze für SharePoint 2010 mit SQL Server 2008 R2 aufgezeigt und erklärt werden.

High Availability
Der SharePoint Server 2010 mit Anbindung an SQL Server 2008 R2 bietet viele neue Möglichkeiten um die SharePoint 2010 Plattform noch effizienter zu betreiben. Dazu zählen bei Failover Szenarien das Log-Shipping und Mirroring Konzepte, welche von SharePoint Server 2010 komplett unterstützt werden. Bei Mirroring werden die beiden Varianten synchron und asynchron unterstützt, das letztere aber nur mit einer Enterprise Edition möglich ist. Unter Log-Shipping versteht man einen automatischen Backup der SQL Datenbank sowie der Transaktions-Logdateien, die auf einem Failover-Server gesichert werden. Bei Mirroring hingegen werden Einträge aus dem Transaktionsprotokoll einer SQL Datenbank direkt von einem SQL Server zu einem anderen Server „gespiegelt“ und bei einem Failover auf diesem Server automatisch umgeschaltet.

Der SQL Server 2008 R2 bietet im Zusammenhang mit SharePoint Server 2010 einige neue Features, wobei ich das „Backup Compression“ und Remote BLOB Storage RBS nachfolgend erläutern möchte:

Backup Compression
Beim „Backup Compression“ handelt sich um ein Feature das auch im SQL Server 2008 R2 Standard Edition vorhanden ist. Dabei können Daten schneller komprimiert gesichert werden. Bei einem Test mit ca. 370’000 Dokumenten in einer Content Datenbank wurde die Backup Zeit um ca. 50% gesenkt. Der Vorteil dabei; weniger HDD Zugriff, weniger Arbeitsspeicher Verbrauch. Der SQL Server fungiert hier als Kanal für den Zugriff auf die Daten und ist verantwortlich für das transparente Zugreifen (Lesen und Schreiben) der Daten.

Remote BLOB Storage RBS
Darüber hinaus unterstützt SharePoint 2010 mit SQL Server 2008 die Nutzung von Remote BLOB Storage (RBS). Mit RBS können grosse Dateien auf externe Medien gespeichert werden… was den Vorteil hat, die angebundene Datenbank deutlich zu entlasten.

Richtwerte
SharePoint 2010 bietet folgende elementare Richtwerte, die beim Sizing einer SharePoint Architektur beachtet werden müssen:
• 8 WFR pro SQL Server Instanz
• 50’000 Site Collections pro Content DB
• 100GB Daten pro Content DB
(aber: getestet bis 350GB ohne Performanceimpact)
• Latenz zwischen DB-Server und WFE / Applikationsservern max. 1ms

Memory
• Beim Arbeitsspeicher empfiehlt es sich 4GB Memory pro CPU Core zu setzen, um eine optimale Serverauslastung zu gewährleisten.
Prozessoren
Bei den Prozessoren müssen folgende Werte berücksichtigt werden:
• x64 einzige Option für SharePoint 2010
• x64 empfohlen für MOSS 2007
• 1 Prozessorkern für SQL Server pro 20’000 Nutzer (minimum 8 Kerne)
• Bei mehr als 8 Prozessoren: Scale Out (weitere Server)

Konfiguration

Die meisten Einstellungen auf dem SQL Server 2008 sind bereits für optimale Leistung gesetzt. Mittels der Prozedur sp_configure können aber weitere Einstellungen an der Memory und CPU eingestellt werden:
Der Wert für ‚max server memory‘ kann folgendermassen berechnet werden=
TotalServerRAM
– (OS-Bedarf)
– (weiterer App-Bedarf)
– (Reserve für SQL Server-Memory ausserhalb Buffer Pool, min. 512MB,
berechnet: (1GB*CEILING(#Cores/4)) + (#Threads * ThreadStackSize).
ThreadStackSize = 2MB auf x64)

Bei CPU Einstellungen können nach Best Practices folgende Werte mittels der Prozedur sp_configure gesetzt werden:
• ‚max degree of parallelism‘ auf 1 setzen
• Processor Affinity nur bei Betrieb mehrerer SQL Server-Instanzen oder anderer Applikationen auf dem gleichen Server oder bei lizenztechnischer Beschränkung setzen

Fazit
SharePoint Server 2010 in Kombination mit SQL Server 2008 R2 bietet viele neue Möglichkeiten in der Konfiguration und Setup einer SharePoint Plattform. Zudem lassen sich mit der neuen SharePoint Version bessere ausfallsichere Applikationen bauen, die für viele Anforderungen gerecht werden.
Die oben genannten Konfigurationen und deren Möglichkeiten sollen nur einen kleinen Überblick verschaffen, was es alles zu beachten gilt, um eine SharePoint Farm optimal aufzusetzen.

Veröffentlicht unter SQL

Cloud Computing und Microsoft Online Services

An den diesjährigen Tech days in Basel letzte Woche, war einer der Hauptthemen die Cloud Computing. Mit dem offiziellen Starttermin am 12.05.2010 von Office 2010 will Microsoft erstmals webbasierte Versionen seiner Bürosuite anbieten und damit vor allem die wachsende Konkurrenz durch Google abfangen. Vor kurzem haben die Redmonder den Cloud-Dienst Azure als kommerzielles Produkt gestartet. 70 Prozent aller Microsoft-Mitarbeiter würden an Projekten rund um Cloud Computing arbeiten, so die Aussage von Beat Schwegler von Microsoft Western Europe.

Dass durch Cloud Computing jedermann den sofortigen Zugang zu hochskalierbaren Computerressourcen und diese ohne vorhergehende finanzielle Investitionen erhält, fand ich sehr interessant. Die Märkte, die sich immer schneller verändern, gehören zu den zentralen Herausforderungen, denen sich Unternehmen stellen müssen. Erfolg entsteht, wenn Unternehmen frühzeitig Marktfenster erkennen und schnell darauf reagieren. Sie werden zu Thementreibern und Marktgestaltern. Organisation und Geschäftsprozesse sind deshalb in erfolgreichen Unternehmen auf Agilität und Flexibilität getrimmt. Genau diese Vorteile bringt die Cloud Computing im Bereich Hardware- und Softwareressourcen. Die Unternehmen können ihre Computerressourcen innerhalb kurzer Zeit erweitern und die Software die sie benötigen, mieten.

Apropos mieten, Microsoft lanciert mit BPOS(Business Productivity Online Suite) zugeschnittene Softwarepakete die Unternehmen übers Netz beziehen und mieten (online Services) können. Die BPOS umfasst dabei folgende Komponenten Exchange Online, SharePoint Online, Office Communications Online und Office Live Meeting.

Mit SharePoint Online, bietet Microsoft einen zentralen, integrierten Ort, an dem

– Mitarbeiter effizient mit Teammitgliedern zusammenarbeiten,
– Organisationsressourcen finden,
– ihre Website durchsuchen,
– Inhalte und Arbeitsabläufe verwalten und
– Berichte nutzen können,

um besser informiert Entscheidungen zu treffen. Basierend auf Office SharePoint Server 2007, ermöglicht es diese von Microsoft gehostete Lösung Mitarbeitern, benutzerdefinierte Teamwebsites und projektorientierte Websites für die Zusammenarbeit − einschliesslich gemeinsamer Nutzung von Dokumenten − einfach zu erstellen und zu verwalten. Microsoft handhabt Setup, Bereitstellung, laufende Wartung und Upgrades der SharePoint Server-Infrastruktur. Die IT-Mitarbeiter der Unternehmen sind dadurch weniger belastet und können vermehrt an wichtigen strategischen Initiativen arbeiten.

mein Fazit

Über Cloud Computing wird derzeit viel diskutiert, und das aus gutem Grund. Cloud Computing eröffnet Unternehmen potenzielle Wettbewerbsvorteile, die sich positiv auf das Geschäft auswirken: kürzere Zeiten bis zur Markteinführung, Services, die sich kurzfristig hoch- oder runterfahren lassen, sowie geringere vorab anfallende IT-Kosten, um nur einige zu nennen.
Der Markt verspricht sich vor allem Effizienz- und Kostenvorteile, wenn er seine Hardware- und Softwareressourcen nicht mehr selbst betreiben, sondern aus dem Internet als Service beziehen kann. Und tatsächlich adressiert Cloud Computing mit Microsofts Online Services – neben den technologischen Mehrwerten wie Skalierbarkeit, Performance etc. – vor allem Kostenreduktion und Flexibilität.

Performance Test

Die professionelle Entwicklung von SharePoint Applikationen setzt heute sinnvollerweise Testverfahren ein. Dabei geht es zum einen um die Überprüfung der Performance des Verfahrens, zum anderen um die automatisierte Kontrolle der Korrektheit der Anwendung. Während die sogenannten funktionalen Tests schon während der Projektphase berücksichtig werden, sieht es mit den Bereichen Performance und Skalierbarkeit anders aus. Diese werden erst sehr spät durch entsprechende Tests abgedeckt oder sogar erst betrachtet, wenn es nach Abschluss der Entwicklungsarbeiten zu Problemen oder Systemausfällen beim Einsatz des fertigen Systems kommt. Die Integration von Performance-Management bereits in den Entwicklungsprozess hilft hingegen, Probleme schon frühzeitig zu erkennen und pro aktiv zu lösen. Somit stellt sich die Frage, warum in den meisten Projekten keine Performance-Tests während der Entwicklung durchgeführt werden. Ein Performance-Tests hängt wesentlich von der SharePoint Umgebung ab. Speziell Hardwarekonfigurationen sind in Testumgebungen sehr verschieden von den Produktivsystemen. Performance-Werte, die in Integrationsumgebungen bei Kunden ermittelt werden, können also in keinster Weise als Referenz für die Leistungsfähigkeit des fertigen Systems verwendet werden. Ziel muss es vielmehr sein, wesentliche potenzielle Performance-Probleme zu erkennen, um diese pro aktiv beheben zu können.

Namics unterscheidet dabei drei Bereiche um die Performance-Probleme zu erkennen und Massnahmen abzuleiten:

MOSS – Baseline Test
Der MOSS Baseline Test, ist ein Performance Test auf einer reinen MOSS Installation, ohne jegliche SharePoint Applikation. Die Testresultate dieser Umgebung können später mit dem Applikation Tests verglichen werden und somit erste Rückschlüsse auf die Performance Probleme zurückführen zu können.

Applikation Tests
Beim Applikation Test wird die von der Namics entwickelte SharePoint Applikation auf eventuelle Performance Probleme getestet, dabei geht es nicht um die funktionalen Tests, sondern um eventuelle Probleme beim laden von WebParts oder Layouts frühzeitig zu erkennen.

Infrastruktur Tests
Der Infrastruktur Test bezieht sich auf die System Umgebung einer MOSS Farm. Dabei werden die Komponenten wie zum Beispiel der Load Balancer auch mit berücksichtigt.

Skalierbarkeit
Als Nächstes stellt sich die Frage, wie man Performance und Skalierbarkeit einer SharePoint Umgebung testen kann. Speziell in Integrationsumgebungen mit geringer Last können diese Charakteristiken nicht aufgrund des Antwortzeitverhaltens ermittelt werden. Um zu verstehen, wie diese in der Entwicklung gemessen werden können, lohnt es sich, die Aspekte Performance und Skalierbarkeit näher zu betrachten. Performance bezeichnet die Charakteristik eines Systems, eine gewisse Anzahl an Benutzern zu bedienen oder bestimmte Antwortzeiten zu gewährleisten. Skalierbarkeit bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, die Performance durch das Hinzufügen zusätzlicher Ressourcen zu erhöhen. Während CPU und Speicher einfacher skaliert werden können, ist dies bei Engpassressourcen wie zum Beispiel bei Netzwerkverbindungen schwierig oder eventuell gar nicht möglich. Sehr oft sind dann Architekturänderungen zwingend notwendig. Stellt das Netzwerk zum Beispiel den Flaschenhals einer Anwendung dar, so muss entweder die Anzahl der Serviceinteraktionen oder die Datenmenge reduziert werden. Architekturänderungen sind meist sehr teuer und stellen ein zusätzliches Projektrisiko dar, vor allem wenn zentrale Systemkomponenten davon betroffen sind. Ziel von Performance-Tests in der Entwicklung muss es also sein, die effiziente Verwendung von Systemressourcen zu überwachen.

Performance Monitor
Um diese Ressourcen zu überwachen, müssen geeignete Tools in den Performance-Test integriert werden – wie zum Bespiel den Performance Monitor (Perfmon.exe) von Microsoft. Dieser sammelt detaillierte Laufzeitinformationen für jeden einzelnen Testfall. Diese Daten können im Anschluss daran analysiert werden. Potenzielle Probleme sind dann sehr schnell ersichtlich und es kann in der Entwicklung gegengesteuert werden. Untersuchungen auf Basis zahlreicher Kundenprojekte der Firma Namics AG haben gezeigt, dass ungefähr die Hälfte aller möglichen Performance-Probleme schon während der Entwicklung gefunden werden konnte, weil entsprechende Performance-Tests durchgeführt und analysiert wurden.

Proxy Sniffer
Die Namics AG setzt für ihre Performance Tests bei Kunden den sogenannten Proxy Sniffer ein. Der Proxy Sniffer ist ein kommerzielles Last- und Performancetesttool der Firma David Fischer GmbH. Die Firma hat sich auf die Entwicklung von Performancetools spezialisiert und mit dem Proxy Sniffer ein einfach zu bedienendes Lasttesttool auf den Markt gebracht, das viele sinnvolle Funktionen in einer Anwendung vereint.

Test Cases
Eine weitere zentrale Frage bei der Entwicklung von Performance-Tests ist das Design der Test Cases (Testfälle) an sich. Idealerweise kann man bereits bestehende Tests als Performance-Tests wiederverwenden. Unit-Tests eignen sich schlecht für Performance-Tests. Sie erfüllen meist nicht die Anforderungen an Ausführungszeit und testen oft einen zu kleinen Teil der Anwendungsfunktionalität. Wesentlich besser sind Integrationstests oder Testfälle, die ganze Anwendungsfälle testen.
Neben der Wiederverwendung bestehender Tests empfiehlt es sich auch, Tests zu entwickeln, die spezifische Performance-Kriterien einer Anwendung untersuchen. Ein Beispiel ist die Abarbeitung grosser Datenmengen, also zum Beispiel Upload einer grossen Dokumentendatei. Hier zeigen Performance-Tests Schwachstellen in der Implementierung auf und es kann gezielt optimiert werden.

Fazit
Performance-Tests können unter Verwendung moderner Werkzeuge genauso einfach in die Projektphasen integriert werden wie funktionale Tests. Durch die ständige Analyse des Laufzeitverhaltens einer Anwendung werden Architektur- und Regressionsprobleme früh in der Entwicklung erkannt. Neben besserer Softwarequalität führt es auch zu einem besseren Bewusstsein für das Thema Performance in Entwicklungsteams.

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