Intranet of Things – Das Intranet als Teil des smarten Arbeitsplatzes

Das Internet der Dinge (Internet of Things) ist momentan sehr präsent und man kann hier schon kurzfristig viele spannende Dinge erwarten. In diesem Blog ist es natürlich naheliegend, dass man sich einmal die Gedanken macht, wie sich ein solches Konzept auf den zukünftigen Arbeitsplatz und damit auf das Intranet auswirken würde.

Wenn der Fahrstuhl meinen Kalender kennt

Beim Intranet of Things werden Dinge in einem Unternehmen durch Sensoren und die Möglichkeit zur Kommunikation und Interaktion mit anderen Dingen und Personen „intelligent“. Zukünftig wäre es so denkbar, dass mein Arbeitsplatz oder Arbeitsumfeld dadurch “smarter” auf mich reagiert, wo ich früher hätte selbst aktiv werden müssen. Ein Beispiel wäre der Fahrstuhl, welcher weiss, dass ich demnächst ein Meeting im 4. OG habe, momentan aber im EG bin und für mich den “Knopf drückt”. Wenn ich dann ggf. alleine im Fahrstuhl bin, könnte dieser mir personalisierte Informationen auf einem Infoboard anzeigen oder z.B. Auskunft geben, wer bereits im Meeting ist oder ggf. etwas zu spät kommt.

Ideas for an Intranet of Things

Meetingräume optimal

Bin ich dann im Meetingraum angekommen, wird dieses vom Raum registriert, dieser entsprechend blockiert und dann auf dem smarten Raumschild angezeigt. Interessant ist hier insbesondere der Fall, wenn niemand zum Meeting kommt und dieser sich dann selbst im Kalender nach einer gewissen Zeit für andere freigibt. Vielleicht gibt mir auch mein Namenschild (Badge) ein Signal, wenn ich langsam die Sitzung beenden sollte. Oder es wird mir die Möglichkeit zur Verlängerung anzeigt, da erkannt wird, dass die Teilnehmer der nächsten Sitzung ohnehin noch ein wenig brauchen.

So können leere Räume vermieden, und ad-hoc Belegungen erreicht werden. Sind die Räume, die flexiblen Arbeitsplätze und -zonen erst einmal so ausgestattet, wäre es einfach sich zum nächsten freien Arbeitsplatz führen zu lassen und diesen so spontan zu benutzen.

Vom Smart Home zum Smart Office?

Bin ich dort angekommen, könnten Schreibtisch, Stuhl, Telefon, andere Arbeitsmittel oder auch die Klimaanlage auf mich reagieren, sich ergonomisch einstellen oder die Nummer des Telefons entsprechend umleiten. Eine solche intelligente Arbeitsplatzbelegung würde die Auslastung der vorhandenen Ressourcen optimieren und damit Kosten sparen. Weitere Kosten ließen sich auch im Bereich der Energie einsparen, da erkannt wird, dass ein Raum nicht belegt ist oder anhand des Kalenders erkannt wird, dass erst kurz vorher die Heizung bzw. Klimaanlage aktiviert werden muss.

Smart Badges als das „Company Wearable“?

Bereits heute sind Badges nicht nur Namensschild, sondern eine Keycard zu Räumen und Parkplatz, für die Bezahlung in der Kantine oder es ist damit der Check-in/Check-Out möglich. Zukünftig wären solche Badges mit Sensoren, Display oder Aktoren denkbar, so dass der Badge die Kommunikation mit anderen Dingen im Unternehmen übernimmt oder mir Auskunft gibt. Was wäre, wenn mir der Badge einen Notfall signalisiert oder den Sicherheitskräften einen Überblick über die Personen in einer Gefahrenzone gibt? Oder, wenn mir das Badge per Vibration oder Ton signalisiert, dass ich einen Gefahrenbereich unbefugt betrete?

Dass solche “Smart Badges” keine Zukunftsmusik sind, hat Atmel mit ihrem Showcase eines solchen Wearables bereits eindrucksvoll gezeigt. Letztlich ist es ein Gerät, ähnlich einem Smartphone, inkl. Android, auf welchem verschiedenste Anwendungen laufen können. Bei diesen Anwendungen wären wir dann z.B. auch bei typischen Intranet Anwendungsfällen, wie News, Kantinenplan, Adressbuch, etc.

Weitere Anwendungsfälle für ein solches Wearable wären z.B.:

  • Automatischer Logout am PC
  • Notfall per Touch melden – inkl. Übermittlung des Standorts
  • Zugang Parkplatz inkl. der Erkennung von Fahrgemeinschaften, welche aufgrund von Umwelt- und Kostengründen besonders gefördert werden
  • etc.

Die Möglichkeiten für Smart Badges wären hier sicher unendlich und für solche Szenarien nicht mehr vollwertige Smartphones bei den Mitarbeitern notwendig. Am Ende ist es sicher eine Kostenfrage, aber wenn heutzutage bereits Smartphones in Indien für wenige Rupees möglich sind, werden Smart Badges in Zukunft sicher auch günstiger und damit realistischer werden.

Interne Bestellung per “Dash” Button

Kennen Sie das “Dash” Konzept von Amazon? Über einen Knopf an meiner Waschmaschine oder irgendwo anders, kann ich über einen einfachen Klick ein Produkt nachbestellen. Warum dieses nicht auch auf Büromaterial oder andere Dinge in einem Unternehmen anwenden? Vielleicht erkennt das Regal oder die Box sogar eigenständig, dass sie (bald) leer ist und löst dadurch einen internen Bestellprozess aus?

Organizational Health über den Arbeitsplatz

Populär ist das Internet of Things insbesondere im Bereich Fitness und Gesundheit. Auch Unternehmen hatten schon immer ein großes Interesse an gesunden Mitarbeitern und es wäre denkbar, dass diese durch den Einsatz von smarten Geräten insgesamt verbessert wird. Was wäre, wenn mein Stuhl mich dazu auffordert eine Pause aktiver zu nutzen, in der Kantine personalisiert auf meine Bedürfnisse reagiert oder z.B. mein Kalorienbedarf bestimmt wird?

Natürlich sind auch die Daten zur physischen und psychischen Fitness des gesamten Unternehmens sehr interessant. Dafür wäre es auch recht einfach möglich, dass ich das Essen oder meine Stimmung oder mein Befinden auf einfache Weise bewerten kann. Einen solchen Ansatz verfolgt z.B. die SAP mit ihrem “Organizational Health” inkl. einem Dashboard auf dem der Status und die Entwicklung jederzeit eingesehen werden kann (siehe dazu Organisationale Gesundheit und Unternehmenserfolg, SAP, Dr. Natalie Lotzmann).

Alles nur Zukunft? Der gläserne Mitarbeiter?

Viele der genannten Szenarien klingen nach Zukunftsmusik, sind aber letztlich mit den aktuellen technischen Mitteln schon heute machbar. Ein Blick in Richtung „Smart Home“ oder „Industrie 4.0″ zeigt schnell, dass die technische Basis bereits vorhanden ist und sich langsam und sicher etabliert. Hierbei ist natürlich zu bedenken, dass es nicht nur um Technik geht, sondern auch die Kostenseite und insbesondere das Thema Datenschutz beachtet werden muss. Ein Smart Badge klingt erst einmal nach dem “gläsernen Mitarbeiter”, aber ähnliche Lösungen mittels Smartphone sind hier genauso kritisch bzw. sind sogar weitaus weniger zu steuern.

Im Hinblick auf einen zukünftigen “Digital Workplace” bieten solche Szenarien aber jede Menge Potenzial das Intranet vom Desktop zu lösen, Mitarbeiter wie die “Blue Collar Worker” besser zu erreichen und die Möglichkeiten so besser auszuschöpfen.

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Über Thomas Renken

Schwerpunkte seiner branchenübergreifenden Beratungstätigkeit liegen bei der digitalen Unterstützung der internen Zusammenarbeit, Prozesse und Kommunikation. Thomas Renken ist seit mehreren Jahren in diesem Umfeld tätig und besitzt durch seine langjährige Projekterfahrung einen praxisorientierten Überblick über die Lösungsansätze und Technologien. Bei Namics berät er Unternehmen insbesondere zum zielgerichteten und sinnvollen Einsatz von Digital Workplaces im weiten Sinne (Intranet, Extranet, Wikis, Social Intranets, etc.).

2 Gedanken zu “Intranet of Things – Das Intranet als Teil des smarten Arbeitsplatzes

  1. Hallo Thomas!

    Mir erschliesst sich aktuell nicht ganz der Zusammenhang mit einem (klassischen) Intranet. Für mich sind hier einfach einige Trends – zum Teil schon Realität – aneinandergereiht worden.

    Zudem wenn der Fahrstuhl meinen Kalender kennt (was ich z.B. persönlich nie wollen haben würde) dann widerspricht das doch dem Punkt „Organizational Health“ – Die Treppen zu nehmen wird doch propagiert plus wieviel Zeit würde man sich durch smarte Lifte ersparen, das sehe ich zum Beispiel als völlig vernachlässigbar an. Mitarbeiter sind keine hocheffizienten Wesen bei denen man nur noch in der Lift-Wartezeit optimieren kann. Die Zeit geht dann einfach anderswo verloren.

    Bei den (Security) Batches ist das bereits ebenfalls Realität – man kommt gar nicht in kritische Bereiche als Mitarbeiter, darum müssen diese auch nicht vibrieren. Die Idee ist ja die Verhinderung des Betretens von kritischen Bereichen, nicht die Info wenn es schon geschehen ist.

    Den Dash-Button finde ich persönlich recht cool – allerdings für Einzelprodukte (Waschmittel) – nicht für ein Bundle von Büromaterialien (Papier, kleineres Papier, Stifte,…). Das klingt so nach Pseudooptimierung.

    Die Frage ist doch – wieviel Hardware muss ans Netz angeschlossen werden und zu welchem Zweck? Ein Fahrstuhl am Internet, really? Das ganze wirkt für mich oft gekünstelt wie zum Beispiel der Wasserkocher im WLAN aus den letzten Tagen (http://www.stern.de/digital/technik/der-elfstuendige-kampf-eines-briten-mit-seinem-wlan-wasserkocher-7100460.html)

    • Hallo Philipp,
      vielen Dank für Deine Anmerkungen! Der Post ist aus dem Wortspiel „Intranet of Things“ und einem anschliessenden Brainstorming entstanden. Die Ergebnisse fand ich dann recht spannend und ich wollte sie als Journey darstellen und deshalb wirkt es tatsächlich eher als eine Aneinanderreihung von Trends. Das wirklich „klassische“ Intranet spielt hier dann eher eine untergeordnete Rolle und man hätte den Post besser „Digital Workplace of Things“ nennen sollen – dann hätte das Wortspiel aber nicht mehr gepasst :)
      Das Thema Datenschutz und Datensicherheit ist sicher das größte Hindernis bei dem Thema und die Vorteile sollten hier natürllich überwiegen. Klar ist das mit dem Wasserkocher ein gutes Beispiel für den Wahnsinn, aber der gute Mann hätte ja durchaus nach drei Stunden seinen Tee gehabt – wenn man Perfektionist ist, braucht manches halt etwas länger :)
      Ich selbst finde die Badges am interessantesten, denn mir waren solche Devices inkl. Android vorher nicht bekannt. Da ist jede Menge Potenzial und das skizzierte Security Szenario durchaus realistisch. Die Idee ist, dass eine Gefahr entstehen kann (z.B. durch einen Unfall) und sich dadurch eine Security Zone verändert.
      Auf jeden Fall werden wir zukünftig einiges live erleben und ich freue mich schon auf solche Szenarien in unseren Digital Workplace Projekten.
      Liebe Grüße, Thomas

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