Fokussierter Big Bang für Intranets: Ja oder Nein?

In ihrem Artikel Einführungsstrategie für ein Social Intranet: Fokussierter Big Bang von 2013 beschreibt die Autorin Dr. Claudia Eichler-Liebenow eine gezielte Form der Einführung anstelle der bekannten Gesamteinführung als „Big Bang“. Was hat es damit auf sich? Und welche Vorteile bietet das? In einem früheren Blog Post hatte ich schon einmal eine kurze Bewertung vorgenommen. Diese ist noch immer aktuell und ich möchte sie deshalb gerne wieder aufgreifen …

Intranet Big Bang

Ich persönlich denke – auch im Hinblick auf meine Erfahrungen in dem Bereich, gerade bei Social Intranets ist eine eher sukzessive Einführung aufgrund der möglichen kulturellen Probleme sehr zu empfehlen. Technische Risiken eines Big Bangs lassen sich theoretisch über ausreichende Tests minimieren oder sogar vollständig beseitigen, aber wie will ich vorher abschätzen, ob meine neue soziale Plattform auch gut angenommen wird?

Plan triftt auf Realität: Bisher standen bei mir aber eher andere Gründe für eine sukzessive Einführung (ich hatte es bisher eigentlich nie als „fokussierten Big Bang“ gesehen) im Vordergrund:

Budget, Budget, Budget

Das Budget ermöglicht es einem nur, schrittweise vorzugehen. Das an sich ist in Ordnung und für das Gesamtziel kein „Beinbruch“. Wichtig ist aber, dass es eine große Vision gibt, welche über den ersten Schritt hinausgeht und auch so kommuniziert wird. Und dann eben Schritt für Schritt – nach Budgetlage – weiter verfolgt wird.

Zeit, Zeit, Zeit

Also meine Projektanforderungen sind immer so, dass das neue Intranet eigentlich bereits gestern fertig sein soll. Ich kann mich zwar in der Regel durchsetzen und habe dann mehr Zeit, aber für den „Big Jump“ reicht es dann doch nicht.

Technik, Technik, Technik

Seien wir mal ehrlich: Intranet/Portal Projekte sind schon eine komplexe Sache und oft fehlen einfach die Grundlagen, wie z.B. durchgängige und internationale Stammdaten für eine vernünftige Expertensuche.

Bedenken, Bedenken, Bedenken

Tja, man könnte so viel machen, wenn es nicht die vielen Bedenkenträger geben würde. Datenschutz, vorhandene Prozesse & Co. Da hilft nur eine saubere Analyse, Konzeption und aufwendige Kommunikation. Das braucht einfach seine Zeit und lässt sich besser häppchenweise verdauen.

Ich würde den Aspekt von Frau Dr. Claudia Eichler-Liebenow aber auf jeden Fall mit dazu nehmen. Zwar sind in Deutschland echte Social Intranets oder eben Anforderungen in diese Richtung noch recht dünn gesät, aber gerade bei uns müssen wir hier sehr vorsichtig agieren. Hier überwiegen ganz sicher die im Artikel genannten Vorteile und weniger die Nachteile, wobei sich dieses mit den neuen Mitarbeitern sehr, sehr schnell ändern kann.

Fazit

Letztlich muss die Einführungsstrategie eines (Social) Intranets verschiedenste Aspekte aus der Vergangenheit, Ist, Soll, Technik, Kultur, etc. des jeweiligen Unternehmens berücksichtigen. Für manche mag dann auch ein echter Big Bang oder eine virale Einführung perfekt passen. Der Name einer solchen Strategie ist dabei weniger relevant als das Wissen um die Durchführbarkeit einer Strategie.

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Über Thomas Renken

Schwerpunkte seiner branchenübergreifenden Beratungstätigkeit liegen bei der digitalen Unterstützung der internen Zusammenarbeit, Prozesse und Kommunikation. Thomas Renken ist seit mehreren Jahren in diesem Umfeld tätig und besitzt durch seine langjährige Projekterfahrung einen praxisorientierten Überblick über die Lösungsansätze und Technologien. Bei Namics berät er Unternehmen insbesondere zum zielgerichteten und sinnvollen Einsatz von Digital Workplaces im weiten Sinne (Intranet, Extranet, Wikis, Social Intranets, etc.).

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