Buchvorstellung “Gamestorming – Ein Praxisbuch für Querdenker, Moderatoren und Innovatoren”

Nachdem ich im letzten Artikel über Intranet & Design Thinking geschrieben habe, wollte in diesem Rahmen einfach mal ein Buch empfehlen. Dieses hat rein gar nichts mit Intranets zu tun, kann aber bei einem Intranet Projekt ungemein helfen. Ich zumindest stöbere immer wieder gerne darin und lass mich zu einem neuen “Spiel” inspirieren.

Das “Praxisbuch für Querdenker, Moderatoren und Innovatoren” von Dave Gray, Sunni Brown und James Macanufo beschreibt in den knapp 60 Seiten der ersten drei Kapitel die Grundlagen wie die “Zehn elementaren Dinge und Aufgaben beim Gamestorming” und gibt Hinweise zu den dafür notwendigen Grundfertigkeiten. Dieser Teil ist sicher auch für all jene interessant, welche bereit mit den “herkömmlichen” Kreativitätstechniken, wie z.B. einem gemeinsamen Brainstorming, Erfahrungen sammeln konnten. Zumal dieser schön knapp ein Grundverständnis für den nachfolgenden Hauptteil im Sinne einer Einleitung schafft.

Review Gamestorming Book

Bei dem Hauptteil handelt es sich letztlich um einen Katalog eben solcher Gamestorming Spiele, welche man für die verschiedensten Situationen nutzen kann:

  • Grundspiele: können quasi “immer” angewendet werden
  • Eröffnungsspiele: dienen der Einleitung und sollen den Raum/Rahmen für die Ideen liefern
  • Erkundungsspiele: sollen zu neuen Ideen führen indem man “den Raum durchsucht, welcher sich zwischen den Ideen befindet”
  • Abschlussspiele: am Ende müssen die Ideen priorisiert, strukturiert und “verbindlich ausgerichtet” werden

Jede dieser Gruppen umfasst 10-40 Einzelspiele, welche auf jeweils 2-4 Seiten praxisnah inkl. Skizzen beschrieben werden. Jede Beschreibung wird kurz zusammengefasst und um Angaben zur Anzahl der Spieler und der ungefähren Dauer ergänzt.

Wie ich mich in meinen Intranet Projekten inspirieren lasse

Ich bereite mich gerne über diesen Katalog auf einen geplanten Intranet Workshop vor und versuche hieraus ein geeignetes Spiel auszuwählen. Man sollte sich hier jeweils an folgenden Eckpfeilern orientieren:

  • aktuelle Phase (z.B. Kick-Off, Strategieworkshop, Treffen mit den Fachbereichen für die Informationsarchitektur (IA), etc.)
  • aktueller Wissensstand (gibt es nur eine grobe/keine (gemeinsame) Vorstellung/Idee? Wurden bereits Aspekte zusammen getragen? Etc.)
  • Teilnehmerkreis (Anzahl, Heterogenität, wie Alter, Fachbereiche, Hierarchien und zu erwartende (Kommunikations-)Probleme)
  • veranschlagte Zeit (wie viel Zeit bleibt für Kreativität)
  • Ort (was lassen die Räumlichkeiten zu und was gibt es an Material?)

Geht es um ein Kennenlernen, oder eher um die Ideenfindung, Strukturierung oder Priorisierung? Jedes Cluster hat seine eigenen Schwerpunkte, jedes Spiel selbst eine andere (spielerische) Charakteristik. Hier gilt es auszuwählen.

Fazit

Sie werden feststellen, dass sich nicht jedes der Beispiele 1:1 bei Ihnen im Unternehmen anwenden lässt. Ich sehe dieses aber ähnlich einem Kochbuch: ein paar Rezepte koche ich nach, von anderen lasse ich mich lediglich inspirieren.

Leider hat das Buch bei der Übersetzung aus dem Amerikanischen teilweise “gelitten”, denn die eine andere Bezeichnung finde ich etwas unglücklich oder einfach zu direkt übersetzt. So wurde die mir vorher bekannte “Empathy Map” zum “Einfühldiagramm” und das “Card Sorting” zum “Karten sortieren”. Wahrscheinlich hätte man die Englischen Bezeichnungen einfach so lassen sollen. Das würde nämlich auch helfen die wirklich tolle Ergänzung unter http://gamestorming.com/ zu nutzen und sich z.B. zum beschriebenen Spiel ein Video anzuschauen. Auf der genannten Website gibt es neben den Spielen aus dem Buch noch sehr viel weitere und auch Kommentare und Bewertungen aus der Community. Schauen Sie dort einfach mal rein und lassen Sie sich auch ohne das Buch inspirieren!

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Über Thomas Renken

Schwerpunkte seiner branchenübergreifenden Beratungstätigkeit liegen bei der digitalen Unterstützung der internen Zusammenarbeit, Prozesse und Kommunikation. Thomas Renken ist seit mehreren Jahren in diesem Umfeld tätig und besitzt durch seine langjährige Projekterfahrung einen praxisorientierten Überblick über die Lösungsansätze und Technologien. Bei Namics berät er Unternehmen insbesondere zum zielgerichteten und sinnvollen Einsatz von Digital Workplaces im weiten Sinne (Intranet, Extranet, Wikis, Social Intranets, etc.).

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