Intranet Trends 2016

Anfang jeden Jahres werden die “10 Best Intranets” durch die Norman Nielsen Group innerhalb eines Reports ausgezeichnet. Und jedes Jahr ist dieses eine tolle Quelle für Inspirationen und Trends, welche ich Ihnen in einer kurzen Vorstellung zusammenfassen möchte.

Intranet Project Trends 2015

Bei den Intranet Project Trends gibt es in den letzten Jahren immer wieder ähnliche Entwicklungen, welche sich dann aber im Detail, im Sinne einer “Evolution”, unterscheiden. Ein gutes Beispiel ist hier Responsive Design. War dieses zuvor die generelle Antwort auf ein mobiles Intranet, zeigt der Report auf, dass man hier mittlerweile differenziert. D.h. nicht mehr mit einer “single responsive code base” gearbeitet wird, sondern man sich die jeweiligen Plattformen im Unternehmen genau anschaut und hier die Unterschiede im Bereich der User Experience und auch den Inhalten berücksichtigt. Nicht jeder Inhalt eines Intranets ist auch auf einem Smartphone sinnvoll.

Intranet Design & Feature Trends 2016

Intranet Design & Feature Trends 2016

Der Trend Understanding Employees beschreibt letztlich die Erkenntnis, dass gute Intranets nur wirklich gut sind, wenn Sie die Anforderungen der Anwender auch tatsächlich erfüllen. Im Report werden die gängigen Verfahren wie z.B. Interviews, Surveys und Personas. Selbst das 60-Tage Intranet von dorma+kaba hat seine Anwender in den Design-Prozess mit einbeziehen können.

Der Umstieg auf ein agiles Projektvorgehen wurde nur bei ein paar der beschriebenen Projekte angewendet, aber es ist ein Trend für eine iterative Entwicklung zu erkennen.

Dem Content Clean-Up steht eine klassische Migration der Inhalte gegenüber. Inhalte werden nur teilweise migriert, ansonsten aufgeräumt und neu strukturiert. Das Ziel ist in der Regel eine Reduzierung der gewachsenen Inhalte und Verbesserung der Informationsqualität.

Die Personengruppe, welche für ein Intranet mit am wichtigsten ist, sind tatsächlich die Redakteure. Diese werden bei den genannten Unternehmen zu Intranet Ambassadors und Communication Heroes mit einem guten Training und perfekten Tools für die Erstellung von Intranet Content.

Personalisierung und Individualisierung sind schon länger Standardanforderungen moderner Intranet Lösungen. Auch dieses Jahr werden diese wieder in der Trendliste hervorgehoben, die Ansätze anhand von Rollen, Lokationen oder die Bereitstellung eines “My Desktop” Bereichs scheinen nicht neu zu sein.

Das Thema Mehrsprachigkeit ist in Intranet Projekten immer ein wichtiger Aspekt, welcher möglichst früh in Form eines Sprachkonzeptes geklärt werden sollte. Auch die genannten Top 10 Projekte sind teilweise mehrsprachig. Hierdurch soll eine möglichst grosse Akzeptanz bei den Lesern erreicht werden. Dauern die Übersetzungsprozesse oft lang und sind kostspielig, hat dorma+kaba hier den Weg über eine automatische Übersetzung per Bing gewählt. Zwar kann eine solche Übersetzung nicht perfekt sein, vermittelt aber zumindest einen ersten Eindruck zum Inhalt. Bedenken wie Datensicherheit bei einer solchen Lösung müsste man hier wahrscheinlich separat beleuchten.

Intranet Feature Trends 2016

Der Report listet insgesamt zehn Top Trend Features für aktuelle Intranets auf. Vergleich man diese mit dem Vorjahr, finden sich wieder ein paar alte Bekannte. So wurde das Simple Clean Design bereits 2015 als Flat Design Trend genannt und auch der Fat Footer war bereits dabei. Auch die Darstellung von Bildern über Karussells wird erneut genannt. Es gibt allerdings auch neue bzw. erweiternde Punkte zu den letzten Jahren:

  • Help: haben Intranets der vergangenen Jahre eher auf eine Hilfe verzichtet, listet der Report ein paar Beispiele für spezielle Hilfe-Bereiche und Tutorials auf. Eine gute Hilfe oder ein Video zur Einführung soll natürlich positiv auf die Akzeptanz und Nutzung wirken.
  • Better Photos & Video: es werden mehr und vor allem bessere Fotos in den genannten Intranets verwendet. Hier geht der Trend weg von ersetzbaren Stockfotos, hin zu echten Bildern des Unternehmens. Das selbe gilt für Videos: waren diese früher aufwendig und kostspielig produziert, sind diese nun einfacher und realistisch.
  • Search Evolution: die Suche wird eigentlich in jedem Report genannt, entwickelt sich aber auch mit jeder Generation weiter. Als Beispiel wird hier insbesondere die Suche bei Enbridge genannt, welche über Feedback-Möglichkeiten in der Suchergebnisliste die Ergebnisse ständig optimieren.
  • Heroes & Carousels: wie auch bei Websites sind große Headergrafiken (Heroes) sehr im Trend und werden teilweise zu Carousels, d.h. sie bieten die Möglichkeit zwischen verschiedenen Grafiken zu wechseln.
  • Business Communication: ging es bei den genannten Trends eher um Struktur und Design, geht es beim Trend “Business Commnunication” um die Inhalte. D.h. die Kommunikation unternehmensrelevanter Informationen über das Intranet durch die Unternehmenskommunikation oder sogar direkt aus dem Management und durch die Geschäftsführung.
  • Side Global Navigation: ein Trend der letzten Jahre war das Mega-Menü, welches allerdings auf mobilen Geräten nicht wirklich funktioniert. Dieses wird deshalb bei responsiven Intranets durch eine Navigation an der Seite ersetzt.
  • Targeted Social: “targeted” Social bedeutet, dass Social Features möglichst auf eine zielgerichtete Art zum Einsatz kommen. Früher wurde der soziale Aspekt in einem Intranet als “must have” eingesetzt, heute geschieht dieses möglichst in einem festgelegten Kontext.

Fazit

Wie jedes sind die Trends teilweise bereits aus den vergangenen Jahren bekannt, entwickeln sich jedoch stetig im Sinne einer Evolution weiter. Die Projekte verändern sich im Vorgehen und auch in deren Laufzeit. Hier wird sich in den nächsten Jahren ganz sicher noch mehr ändern, d.h. Intranet Projekte werden zunehmend agiler und werden teilweise auf „Ready-To-Go“ Lösungen basieren.

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