SharePoint 2010 Service Pack 1 – Strategien

Falls Sie planen, das Service Pack 1 für SharePoint 2010 in Ihrer produktiven Umgebung zu installieren, sollten vorher mindestens folgende Überlegungen durchgeführt werden:

  • Wie gross darf die Downtime der Farm maximal sein?
  • Wie stelle ich bei einem Fehler den Rollback-Prozess sicher?

Abhängig von diesen und weiteren Überlegungen ergibt sich eine Strategie für den Updateprozess:

  1. In-place upgrade ohne Rollback
    Es werden alle Server aktualisiert, die Downtime ist hier am grössten.
  2. In-place upgrade mit Rollback
    Es werden alle Server aktualisiert unter Berücksichtigung des NLB, wobei die Downtime geringer ist.
  3. Database Attach
    Die Downtime ist am geringsten, da eine parallele Farm mit SP1 aufgebaut wird und danach die Content Datenbanken “migriert”  werden.
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Abhängig von der Strategie ergibt sich dann eine genaue Abfolge der benötigten Schritte, um Service Pack 1 zu installieren. Der gesamte Updateprozess ist am Ende dennoch nicht ganz so schnell erledigt, es müssen neben der Strategie vor allem elementare Dinge wie Dokumentation oder Testing berücksichtigt werden:

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Fazit

Die ersten Updates liefen erfolgreich. Microsoft hat Verbesserungen in den Prozess eingebracht und ausreichend Dokumentationen zur Verfügung gestellt, um diesen erfolgreich durchzuführen.

SharePoint 2010 Service Pack 1 Ready

Auf Ende Juni wurde es angekündigt und heute Morgen lese ich, es ist wirklich da….
Service Pack 1 steht nun zur Verfügung.

Hier die offizielle Info:
http://sharepoint.microsoft.com/blog/Pages/BlogPost.aspx?pID=984

Welches sind die wichtigsten Neuerungen?
– Google Chrome wird unterstützt
– Site Recycle bin: Sites & Site Collections landen jetzt auch zuerst im Recycle bin
– Shallow Copy: Migrationsszenarien für Sites mit Remote Blog Storage
– StorMan.aspx ist zurück.

Hier noch ein Whitepaper mit genaueren Infos:
SharePoint 2010 SP1

Der erste Tag auf der ShareConf in Düsseldorf

Düsseldorf ist immer eine Reise wert, dachte ich mir gestern vormittag und nahm spontan und mit dem nötigen Segen den Zug zur ShareConf, der SharePoint Konferenz „von Spezialisten für Spezialisten“.

„Wir kollaborieren nicht“
Los ging es mit der Eröffnung durch Herrn Prof. Prinz vom Fraunhofer IT, der über Kooperationssysteme im Web 2.0 referierte. Der Streifzug führte die Teilnehmer in das erste Kooperationssystem des Fraunhofer Instituts ein (BSCW), dass, man darf das sagen, den optischen Schritt in die Web 2.0 Welt noch nicht geschafft hat, aber bereits alle Ansätze der heutigen Enterprise 2.0 Lösungen bereitstellt und bereits vor über 10 Jahren entwickelt wurde.

Unterhaltsam berichtete Professor Prinz von den ersten Untersuchungen zum Thema Collaboration in Ministerien („wir kollaborieren nicht“), bei denen das Ziel die Abschaffung der Laufmappe war. Dass die Mitarbeiter bereits sehr wohl zusammen arbeiteten war den Menschen einfach nicht bewusst. Bei der Elektronifizierung der Laufmappe wurde dann letztlich nur das Medium ausgetauscht, nicht aber der Mechanismus (Laufzettel). Auf diese Weise konnte der agile Prozess weiterhin beibehalten werden.
Welche Neuerungen die sozialen Medien bringen und wie mit diesen gearbeitet wird, präsentierte er an unterschiedlichen Tools wie Microblogging, Wiki, Social Bookmarking und Social Software, in denen nicht mehr „Wissen ist Macht“ zählt und der einzelne sein Wissen hortet, sondern die Tools ein „Jahrmarkt der Eitelkeiten“ sind, in denen sich Mitarbeiter profilieren und beteiligen wollen.
Dass diese Systeme auch Änderungen in der Arbeitsweise mit sich bringen, mit denen sich die Unternehmen auseinandersetzen mussten, bestätigte unsere Referate an der Intranet Fachtagung. Transparenz, Selbstorganisation und Präsenz sind eben Merkmale, die nicht jede Organisation zum Erfolg führt.

In den weiteren, SharePoint-bezogenen Vorträgen, stellten Dienstleister ihre Lösungen und Produkte vor, die sich mit den Themen Metadaten und Suche, Incidentmanagement und Workflows beschäftigten. Alles in allem waren es spannende Beiträge, auf die ich nicht alle im Detail eingehen möchte.

Einsatzstrategien mit SharePoint
Ein wenig hervorheben möchte ich den Vortrag von Patrick Püntener über SharePoint Strategien, der aufgezeigt hat, warum es Sinn macht, langfristig auf SharePoint zu setzen und wie man die Herausforderungen meistert, die SharePoint einem in den Weg stellt. Dabei verwendete er das Bild des App Store, der es schafft, durch Standardisierung und ein striktes Auswahlsystem, Applikationen zugänglich zu machen. Diese Analogie kann auch für die Entwicklung eines SharePoint verwendet werden, der lediglich die Basis bietet für einzelne Applikationen, die jedoch durch die Verwendung von Standards miteinder interagieren können sollen.

SharePoint at day, SharePint at night“
Den unterhaltsamen Höhepunkt des Tages setzten dann die Schauspieler des Improvisationsteaters L.U.S.T. aus Freiburg, die sich so pointiert und witzig mit der Thematik auseinandersetzten, dass kein Auge trocken blieb.

Der morgige Tag steht für mich ganz im Zeichen des Solution Tracks, dessen Vorträge ich moderierend begleiten werde. Inhaltlich geht es um das Thema Workflows (mit dem SharePoint Designer), Workflows (mit K2), Workflows ( mit Nintex) und damit es nicht zu eintönig wird, um Excel Services und Literaturverwaltung mit SharePoint. Ich freu mich drauf!

European SharePoint Best Practices Conference – Day 3

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Gestern war bereits der letzte Tag der Konferenz. Die drei Tage waren geprägt von spannenden Tracks, tollen Speakern und auch ein wenig Sightseeing. Wie an den vorhergehenden Tagen habe ich wieder Developer Tracks verfolgt.

It depends …
Im Bezug auf Best Practices war eine der am häufigsten gehörten Aussagen „It depends …“. Oft gibt es nicht nur eine richtige Lösung. Abhängig von den Anforderungen des Kunden kann diese ganz unterschiedlich aussehen. Werden z.B. sehr viele Lese-Zugriffe erwartet, macht es Sinn, die Anzahl der Web Server zu erhöhen. Liegt die Hauptlast bei den Services (z.B. Search), braucht es zusätzliche Application Server und wenn sehr viel schreibend zugegriffen wird, müssen die SQL IOPS erhöht werden. Ähnliche Überlegungen müssen auch bei anderen Architektur- bzw. Design-Entscheidungen berücksichtigt werden.

SharePoint worst practices – Failed SharePoint Deployments
Ein sehr spannender Vortrag wurde von Joel Oleson gehalten. Ein grosses Risiko sieht er darin, dass durch die vielseitige Konfigurierbarkeit von SharePoint auf allen Ebenen die Entwicklungs- und vorallem Test-Umgebungen oft stark von der Produktiven Instanz abweichen. Wird eine Solution neu deployed, kann dies auf der Test-Instanz problemlos funktionieren und beim Einspielen auf die Produktive Umgebung plötzlich Probleme verursachen. Aus diesem Grund sollten die Test-Inhalte, sofern möglich, in regelmässigen Abständen mit den Produktiven Inhalten abgeglichen werden.

Aufgrund der Komplexität von SharePoint wird davon abgeraten, den Betrieb und das Deployment als „One-Man-Band“ zu betreiben. Die Aufgaben sollen auf verschieden Rollen (und natürlich auch Personen) verteilt werden.

Das Fazit am Ende des Tracks war: Man soll keine Angst vor Fehlern haben. Fehler passieren und es gibt garantiert eine Menge Leute, die die gleichen Fehler auch schon gemacht haben. Man soll die Community nutzen und von der Erfahrung der Anderen profitieren.

SharePoint Ribbon Customization Deep Dive
Paul Schaeflein hat an der Konferenz einen guten Einblick in das Customizing der Ribbons gegeben. Da die Entwicklung extrem javascriptlastig ist, ist dies vorallem für unsere Frontend Engineers mit Sicherheit ein sehr spannendes Thema.

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Das Ribbon bietet viele neue Möglichkeiten und kann die Usability für den Benutzer erheblich erhöhen. Falsch eingesetzt kann aber auch das Gegenteil erreicht werden. OOB Controls dürfen nie aus dem Ribbon entfernet werden, da ansonsten die einheitliche Darstellung gegenüber der restlichen SharePoint Umgebung nicht mehr gewährleistet werden kann. Wird das Ribbon erweitert, sollen IMMER eigene Group Templates erstellt werden. Um die Upgradefähigkeit zu gewährleisten, dürfen nicht die OOB Group Templates verwendet werden. Diese können aber kopiert werden.

Fazit
Die SharePoint Best Practices Konferenz in London war sehr spannend und ich konnte eine Menge Inputs mitnehmen. Oft hätte ich mir gewünscht, ich könnte gleichzeitig in mehr als einer Session sitzen. Ich werde mir bestimmt noch den einen oder anderen Track ab CD anschauen und werde wohl auch zum regelmässigen Besucher der Blogs von einigen der Speaker.

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